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Anzahl Datum Titel Autor
1 1846872 17.08.07 Weihrauch ist gesund Schreibman
2 26466 04.06.06 Heiligenbilder Schreibman
3 10480 31.05.06 Karneval im Vatikan Schreibman
4 10182 10.08.07 In memoriam Schreibman
5 8401 11.02.07 Männer und Schuhe Schreibman
6 7064 23.07.06 Montaigne Schreibman
7 6811 08.03.06 Mut Schreibman
8 6224 18.01.06 Vom Leder Schreibman
9 5831 16.07.09 Lady Godiva Schreibman
10 5745 09.11.09 Natalie Thomann for Miss Internet! Schreibman
11 5284 30.04.06 Montags nie Schreibman
12 4875 14.10.10 Schpunz oder Der Weihnachtsmann ist ein alter Drecksack Schreibman
13 4503 16.03.06 Karambolage Schreibman
14 3260 10.01.11 Mythen des Alltags Schreibman
15 2790 08.06.10 Büscheich Schreibman
16 2787 16.01.12 Notizen Schreibman
17 2584 01.08.10 Familientreffen Schreibman
18 2144 18.03.10 Mein längster Freund Schreibman
19 2078 03.06.11 Lilli und der Kern der Dinge Schreibman
20 2047 12.01.11 Der geheimnisvolle Papierkorb (Teile 3 + 4) Schreibman
21 1814 11.01.11 Der geheimnisvolle Papierkorb (Teile 1 + 2) Schreibman
22 1790 29.09.11 Paris – Offenburg Schreibman
23 1770 23.09.11 Wieder daheim Schreibman
24 1770 21.04.12 Grüsse aus Grindelwald Schreibman
25 1758 11.01.10 Abteilung Wort Schreibman

Meine drei Bücher

Diether Petter - Der Knallkopf
Erhältlich bei Ebay
Diether Petter, Der Knallkopf
Dietrich Urich-Kayser - Schreibmans Kultbuch
Erhältlich bei Amazon
Dietrich Urich-Kayser, Schreibmans Kultbuch
Dietrich Urich - Forts. Ein abgeschlossener Roman
Erhältlich bei epubli
Dietrich Urich, Forts. – Ein abgeschlossener Roman

In „Forts. – Ein abgeschlossener Roman“ verwischen sich die Grenzen zwischen Autor und erzählendem Ich, zwischen dem, der die Geschichte schreibt und einem narrativen Er, der in der Geschichte schreibt. Auch wenn diese Abgrenzungen rein äußerlich durch unterschiedliche Schriftstellungen gekennzeichnet werden, wirken die wechselnden Erzählperspektiven wie ein Eintauchen des Autors in seine eigene Geschichte, ja, fast wie ein Hinein- und wieder Hinausverwandeln in seine eigene Figur – Thiery.

Dieser literarische Kunstgriff macht Gefühlsoffenbarungen möglich, die als „reale Person“ zu zeigen nicht immer leicht wäre. Authentisches wird verarbeitet – das macht die Sache gefährlich, aber auch sympathisch.

Wir kennen den Autor als Vielseitler (Glossen, Textminiaturen, Wortspielereien, Tagebuch, Satire und andere literarische Kleinformen) und nun legt er einen Roman vor, den er als Erotik-Thriller bezeichnet.

Beim ersten Durchblättern wäre das Werk durchaus auch als Regionalkrimi zu verstehen: Es weist einige regionale Referenzen auf, wobei der regionale Bezug durch Ortsnennung und -beschreibung (Schiltach, Schenkenzell) sowie durch typische Veranstaltungen der Gegend vermittelt wird (de Bach na).

Aber zurück zur Erotik, denn sie ist das „große Thema“ des Romans. Beim flüchtigen Lesen drängt sich unwillkürlich der Gedanke auf: Aha, Männerphantasien halt. Hier beschreibt einer seine Sexträume, Vorstellungen, Wünsche, Gelüste.

Thiery macht sich selbständig mit einer Praxis für Defloration, die Frauen rennen ihm die Türe ein, bringen ihre Töchter vorbei – ja genau, denn es handelt sich hier um einen „zärtlichen Entjungferer“ – er kann sich vor Avancen kaum retten. Eine genüssliche Vorstellung – und welcher Mann geriete da nicht mitten hinein in schwül-warme Luftschlösser? Junge Mädchen, attraktive Damen, Russinnen, Polinnen …

Viel ist von „Ficken“ die Rede … Häufig fühlt sich die Leserin unfreiwillig und etwas peinlich berührt in die Rolle einer Spannerin gedrängt. … es fällt einem ein Zitat aus der „Angstblüte“ von Walser ein: „Es gibt nichts als den Geschlechtsverkehr. Alles andere ist Umweg, Ablenkung, Täuscherei, Betrug“.

Und doch … beim näheren Lesen kommt man ins Grübeln. Es ist von „ironischen Tagträumen“ die Rede, vom „wahren Leben“, das sich „einzig und allein in den Köpfen abspielt“. Und ganz langsam beginnt man, die vorschnell gefasste Meinung zu revidieren. Man liest erneut – und dann auch zwischen den Zeilen.

Neben all diesen Szenen, die dem Programm eines Swinger-Clubs entnommen sein könnten, findet sich ganz zart und sachte so etwas wie Zärtlichkeit, Melancholie, Verletzlichkeit … Vermischungen, Verwischungen – immer wieder. Gesellschaftliche Zwänge werden aufgehoben. Das Leben ist bunt. Dem Leser wird die phantastische Chance geboten, Klischees und Allgemeinplätze beiseite zu schieben, „immer irgendwie über der Wirklichkeit [zu] schweben“.

Altbekanntes wird ins Gegenteil verkehrt (wer hätte schon je den Beruf einer Zuhälterin für möglich gehalten?). Statik der Gedanken wird nicht zugelassen. Alles ist im Fluss. Die Reise nach Südfrankreich, das Hotel in der Provence, Genf, kulinarische Abstecher, Bahnsteige – und immer wieder Sex … es ist ein rundes Buch, eines mit tragischem Ende, wie könnte es bei all der sanften Schwermut auch anders sein? … aber auch eines mit offenem Ende, das versöhnliche Züge trägt.

Das Werk durch eine Nacherzählung näherzubringen, eine Inhaltsangabe anzufertigen, wäre allzu banal. Man muss sich hineinlesen, sich durchlesen, den originellen Stil des Autors auskosten. Was sehr gefallen hat: wenig Selbstmitleid, dafür viel Zynismus und Ironie.

Es ist kein leichtes und kein leichtzunehmendes Buch, keine Unterhaltungslektüre bei laufendem Fernsehapparat. Man muss sich ganz einlassen auf die Geschichte, genau hineinhorchen … und auf keinen Fall auf Vordergründigkeit bestehen. Dann wird sie sich freiwillig erschließen und einem nach anfänglichem Fremdeln doch ans Herz wachsen.

Ich habe das Manuskript in einem herrlichen Blumengarten in der Normandie gelesen. Ein herber, leicht prickelnder Cidre hat sehr gut dazu gepasst. Ein mutiges Buch!

Hat Spaß gemacht, Diether, danke!

Brigitte Stolle, Autorin ( „Bienenstich“ )

—–

„Eine Geschichte, die gar nicht so einfach zu beschreiben ist, aber sie hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Der Protagonist führt mehrere Beziehungen, teils nebeneinander, seltsame, ungewöhnliche, eigennützige Beziehungen, und dennoch wirkt er in all den Turbulenzen sympathisch und liebenswert. In einem ausgesprochen angenehmen Schreibstil folgt man dem Protagonisten von einem Abenteuer zum nächsten. Ein spannender erotischer Kurzroman, der sicherlich für Männer und Frauen gleichermaßen lesenswert ist.“

Amazon-Rezensentin Julie S.

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„Der Autor hat einen sehr eigenen soliden Schreibstil, erzählt angenehm direkt, unverblümt und unkompliziert und lässt zwischen den Zeilen genügend Platz für den eigenen Film, der unweigerlich entsteht, sobald man nach wenigen Seiten dem besonderen Reiz dieses Literatur-Zuckerstückchens verfallen ist.“

Amazon-Rezensent Hartmut v. S.

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