Salomé und der Barbarossaplatz

Christine Kaufmann habe ich mal komplett nackt gesehen, nur ein paar Meter vor mir, auf der Bühne, in den 1970er Jahren, als „Salomé“ im gleichnamigen Stück im Wuppertaler Theater. Ich war dort mit einer ziemlich prüden Tussi, deren Kommentar nach der Vorstellung nur „ziemlich gewagt“ oder „sehr freizügig“ oder sowas in der Richtung war.

Ob die „Über Barbarossaplatz“ im Fernsehen gesehen hat? Dann hätte sie wahrscheinlich ziemlich schnell umgeschaltet. War ja wohl auch ziemlich „gewagt“ oder „freizügig“ oder eher sogar verstörend. Ich fand den Film naja, sagen wir mal interessant. Ich habe sieben Jahre lang ein paar Strassen weiter gewohnt, in der Volksgartenstrasse, und war ziemlich oft auf diesem Platz oder bin dran vorbeigefahren.

Am Barbarossaplatz beginnt die Linie der Köln-Bonner Eisenbahn. Er liegt zwischen Salierring und Hohenstaufenring und das Hochhaus, das das Wahrzeichen dieses Platzes ist, hat ein sehr markantes Dach.

Damals, in den 1960er Jahren, gab es dort einen „Taschenbuchkeller“. Einen Buchladen, in dem es nur Taschenbücher gab. Das war damals so revolutionär wie bis vor ein paar Jahren vielleicht eine Videothek. Gibt es heute ja beides nicht mehr, keinen Taschenbuchkeller und keine Videothek.

Nur noch Amazon. Wenn es wenigstens bei Youtube eine Aufzeichnung von „Salomé“ geben würde, dann könnte ich mir die Vorstellung in Wuppertal nochmal ansehen. Leider gibt es das auch nicht. Auch nicht bei Amazon.

Eine meiner beiden Töchter heisst Salomé. Sie ist heute 36. Ihren Namen verdankt sie meinem Abend mit Christine Kaufmann.

Eröffnung der Saison

Lilli
Lilli mit E-Bike in Steinenstadt
Schreibman E-Roller
Schreibman mit E-Roller
Eröffnung Fahrradsaison
Ankunft in Neuenburg
bei der Eisdiele.
Die Fahrradsaison ist eröffnet!

Schreibmans Traum

Während des Pariser Tennisturniers Roland Garros wurde plötzlich und unerwartet ein Scheinwerfer auf eine Frau im Publikum gerichtet. Sie sass neben Peter Handke, wurde als seine Frau angesprochen und durfte auch etwas sagen, was ich allerdings nicht verstand.

Es war mit Sicherheit weder „Frau Handke“ noch die Mutter der Tochter des österreichischen Schriftstellers, der seit langem allein in seiner „Niemandsbucht“ nahe Paris lebt und gerne Pilze sammelt. Sie hatte einen ziemlich grossen Busen, was meine frühere Geliebte Anneliese als „Mords Kischt“ bezeichnet hätte. Monika, eine andere frühere Geliebte, hatte mir einmal ernsthaft gegrollt, weil sie ziemlich flachbrüstig war und mich verdächtigte, auf Riesentitten zu stehen.

Meiner Ehefrau, die eine Generation jünger ist als ich und die auf der Tribüne zwischen meinem Vater und mir sass, erklärte ich, während Vater mir schmunzelnd zusah: „Peter Handke war damals eine Art Held der Literatur, ein Pop-Literat mit einer Beatles-Frisur. Er hat nicht wirklich Bestseller geschrieben, aber einige Buchtitel sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen wie Publikumsbeschimpfung, Der Ritt über den Bodensee, Wunschloses Unglück, Der kurze Brief zum langen Abschied oder Die Angst des Tormanns beim Elfmeter.“

Mein Vater, der mit belletristischer Literatur überhaupt nichts am Hut hatte, war Oberst der Bundeswehr und Autor von zwei militärhistorischen Sachbüchern.

Die zum Katholizismus konvertierte Autorin und frühere Bloggerin Barbara Wenz, die eine positive Einstellung zur Bundeswehr hat und im Internet nur noch als Elsa Laska twittert, reiste vor ein paar Tagen nach Fatima in Portugal, um eine Reportage über eine Lichterprozession zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria zu schreiben.

Lilli und ich wollten heute eigentlich schon in Landshut sein, wo die TV-Serie „Um Himmels Willen“ gedreht wurde, von der wir uns fast täglich zwei bis drei Folgen ansehen. Nur die Bahnhofsszenen wurden in Kochel am See gedreht. Da waren wir, aus anderen Gründen, im letzten Jahr zweimal.

Wo die Hörnchen herkommen

Halde

In zahlreichen Bergwerken der Vogesen wird das berühmte Elsässer Mehl („Farine d’Alsace“) gefördert. Es ist besonders hochwertig und wird von einer Zentralbäckerei („Chez Gert“) vor allem zur Herstellung von Croissants und Hörnchen, Halbmonden und Austernen, Quiches und Kichles, Guglhupfen und Fischattrappen verwendet.

Gert
Mehlhalde bei Merdigny-Les-Cons

Wenn Französinnen Austern und Champagner schlürfen

Nachthemd
Französinnen kommen ja gerne im Nachthemd ins Büro, ziehen sich nur eben noch ne Strickjacke über.
Blaue Strickjacke
Überhaupt mögen sie Strickjacken. Blaue.
Champagner
Champagner trinken sie aus Zahnputzgläsern
Rilke
und Rilkes Duineser Elegien lesen sie in der deutschen Originalausgabe.
Auster
Austern werden wie Schnaps hinter die Binde gekippt. Nicht sehr fein. Man schlürft sie mit nur leicht angewinkeltem Arm. Natürlich kann man sie auch
Gabel
mit einem Gäbelchen reinschieben. Sieht aber nicht viel besser aus.
Vergiftet
Die war vergiftet! Scheiss-Auster! Scheiss-Film!

Screenshots aus „Kommissar Dupin – Bretonischer Mummpitz“