Schreibmans Traum

Während des Pariser Tennisturniers Roland Garros wurde plötzlich und unerwartet ein Scheinwerfer auf eine Frau im Publikum gerichtet. Sie sass neben Peter Handke, wurde als seine Frau angesprochen und durfte auch etwas sagen, was ich allerdings nicht verstand.

Es war mit Sicherheit weder „Frau Handke“ noch die Mutter der Tochter des österreichischen Schriftstellers, der seit langem allein in seiner „Niemandsbucht“ nahe Paris lebt und gerne Pilze sammelt. Sie hatte einen ziemlich grossen Busen, was meine frühere Geliebte Anneliese als „Mords Kischt“ bezeichnet hätte. Monika, eine andere frühere Geliebte, hatte mir einmal ernsthaft gegrollt, weil sie ziemlich flachbrüstig war und mich verdächtigte, auf Riesentitten zu stehen.

Meiner Ehefrau, die eine Generation jünger ist als ich und die auf der Tribüne zwischen meinem Vater und mir sass, erklärte ich, während Vater mir schmunzelnd zusah: „Peter Handke war damals eine Art Held der Literatur, ein Pop-Literat mit einer Beatles-Frisur. Er hat nicht wirklich Bestseller geschrieben, aber einige Buchtitel sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen wie Publikumsbeschimpfung, Der Ritt über den Bodensee, Wunschloses Unglück, Der kurze Brief zum langen Abschied oder Die Angst des Tormanns beim Elfmeter.“

Mein Vater, der mit belletristischer Literatur überhaupt nichts am Hut hatte, war Oberst der Bundeswehr und Autor von zwei militärhistorischen Sachbüchern.

Die zum Katholizismus konvertierte Autorin und frühere Bloggerin Barbara Wenz, die eine positive Einstellung zur Bundeswehr hat und im Internet nur noch als Elsa Laska twittert, reiste vor ein paar Tagen nach Fatima in Portugal, um eine Reportage über eine Lichterprozession zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria zu schreiben.

Lilli und ich wollten heute eigentlich schon in Landshut sein, wo die TV-Serie „Um Himmels Willen“ gedreht wurde, von der wir uns fast täglich zwei bis drei Folgen ansehen. Nur die Bahnhofsszenen wurden in Kochel am See gedreht. Da waren wir, aus anderen Gründen, im letzten Jahr zweimal.

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