Kein’n Arsch in der Hose aber La Paloma pfeifen

Nach längerem Zögern in der vergangenen einsamen Nacht habe ich mir schliesslich Alexa bestellt. Sie ist dafür bekannt, alle möglichen Wünsche zu erfüllen, Befehle auszuführen, Fragen zu beantworten und Musik zu spielen. Ihr offizieller Name ist „Amazon Echo“. DHL wird’s am Ostersamstag bringen.

Amazon Echo

Erst als meine Frau heute früh um halb sieben von der Nachtschicht kam, konnte ich einschlafen. Als wir um elf aufstanden, beschlossen wir, am Nachmittag im Bombastic auf der sonnigen Terrasse Spargel mit Kratzete zu essen.

Vorher räumte sie noch eine Menge Kram aus Schränken im Keller in Müllsäcke. Ich kaufte derweil in Sierentz Seezungen und grüne Gazpacho für sie ein, Erdbeeren und Wasser für uns beide und Süsses für mich.

Gazpacho vert

Ich habe übrigens in den vergangenen vier Monaten 12 kg abgenommen. Daher die Überschrift.

Und die Spargel waren Spitze.

She made my day

Mal wieder zur Fusspflege gewesen, im „Kosmetiksalon“. Da die bisherige Nadja auf Babyurlaub ist, bediente mich eine Neue. Ein eher ruhiger Typ, weisse Jeans und graue Haare, so um die 45, schätze ich.

Nach bissle Smalltalk erzählte sie mir, sie (sie sagte „wir“, also vermutlich mit ihrem Männe) seien neulich in Basel, in einem kleinen Theater namens „Fauteuil“ gewesen, um Emil Steinberger zu erleben. Ob ich den kenne.

Und ob ich den noch kenne! Der ist wohl inzwischen 84. Macht immer noch ein Programm, halb Schwyzerdütsch und halb Französisch. Da konnte ich der Dame gleich „Frohe Ogtern!“ wünschen.

Mindestens genauso interessant fand ich auch ihre Ausführungen über meine Füsse, die sie mit grosser Sorgfalt, fast Andacht und Inbrunst behandelte.

Dass ich sehr schöne Füsse habe, wusste ich schon immer. Aber noch nie hatte es jemand so zur Sprache gebracht. Sie seien sehr wohlgeformt, gepflegt und gut zu pflegen, Nägel nicht zu hart und keine Hornhaut an den Fersen, da sei ich einer der wenigen und könne mich glücklich schätzen.

Das tat ich denn auch. Und es hält eigentlich immer noch an.

Elle a vraiment fait ma journée.

Frisch vom Markt

Heute in Frankreich gekauft

Fraises
1 kg Erdbeeren (Fraises) aus Carpentras (Provence) = 9,90 €

Mein Leben ist ein Eiertanz

Heute war ich mal wieder in der Schweiz, in Riehen. Alle, mit denen ich irgendwelche kurzen Kontakte hatte, waren ausschliesslich nett, freundlich und zuvorkommend.

Ego

Obwohl man da ja praktisch überall mit Euro bezahlen kann, wollte ich mir doch so ein schönes schweizerisches Scheinchen aus dem Automaten der Kantonalbank ziehen. Die Tür zum Schalter-Vorraum öffnet sich automatisch und auch samstags. Diesmal allerdings nicht. Ich hatte nicht viel Zeit, wie der Ochs am Berg davor zu stehen, als auch schon eine Dame auf den entsprechenden (neuen!) Knopf fürs „Sesam öffne Dich“ drückte. Merci vielmals!

Ob es Erdbeertörtchen gebe, fragte ich die Bedienung des Strassencafés gegenüber der Migros. Eigentlich wusste ich es ja schon selber, dass bisher nur spanische Erdbeeren auf dem Markt sind. Ich liess mich aber auch gerne belehren, dass man hier keine „gespritzten“ (igittigitt) verwendet und noch ein bisschen warten müsse, bis es die einheimischen gibt. Gerne liess ich mich zu einem Stück Kuchen mit einer Himbeere überreden.

Kuchen
1 Himbeertorte und 1 Cappuccino = 14 Schweizer Fränkli

Diesen geniessend bekam ich zunächst eine WhatsApp von meiner Frau,

Lilli

die mich aus dem Hungerbrunnental grüsste.

Hunger

Meine älteste Enkelin schickte mir einen Gruss, mit dem sie mir wohl ihre neue Brille vorführen wollte.

Émeline

„Que bella!“ antwortete ich und fügte hinzu, dass ich grade in der Schweiz sei.

Das sei ja lustig, meinte sie. Bastian (mein Sohn, ihr Onkel) sei grade in Frankreich und sie backe Galettes (Waffeln) in Belgien. „Miam miam“ (lecker, lecker) kommentierte sie das Bild von meinem Kuchen.

Naja, das war also mein Samstagnachmittag. Ich wollte dann noch am Kiosk die „Schweizer Illustrierte“ und die „Basler Zeitung“ erstehen, war aber beides ausverkauft. Ich liess mir ersatzweise zwei andere Blätter empfehlen und freundlich einrollen, mit Gummiband.

Presse

Als ich am Parkhaus-Automat mein Ticket bezahlt hatte und auf den Aufzug zusteuerte, griff eine Dame schnell zwischen die Aufzugtür, die sich grade vor mir verschliessen wollte. Merci vielmals!

Wieder daheim angekommen hatte sich jemand auf „meinem“ Parkplatz breitgemacht.

So ein Rindviech, so ein damisches!

Nur ich, nur jetzt, nur hier

Zuerst hatte ich ja noch überlegt. Sollte ich wirklich 60 Kilometer weit nach Bad Säckingen fahren? Nur um nochmal ins Café Heinritz zu gehen? Ich hatte mich da neulich mit zwei entfernten Verwandten aus Belgien getroffen.

Ich hatte dort eine heisse Schokolade (super!!!) und ein Erdbeer-Schmusi (ebenfalls sehr sehr chic!!!). Und heute hätte ich fast einen Strammen Max gehabt. Es war aber schon Nachmittag, also zu spät für Warmes.

Daher Erdbeer-Becher und wieder so eine heisse Schokolade. Das Wetter war prima (19 Grad). Ich hatte ja nichts anderes zu tun. Ich brauche halt immer irgendein Ziel, kann nicht einfach so losfahren, ohne zu wissen, wohin.

Mit dem Zug wäre das was anderes gewesen. Da entscheidet man sich am Anfang für eine Richtung und dann gehts erst mal immer geradeaus. Nicht so mit dem Auto, wenn man kein Ziel hat. Man muss praktisch permanent und an jeder Abzweigung oder Kreuzung neu entscheiden, ob man die Richtung beibehalten oder ändern will. Das geht garnicht.

Auf dem Hinweg war ich extra über den Autobahnübergang gefahren, um mir endlich die diesjährige Vignette kleben zu lassen.

Vignetten
Die drei oberen habe ich selber geklebt, die drei anderen der jeweilige Zöllner.

Jetzt sass ich also an einem Tisch, allein. Meine Frau war ja nicht mitgekommen, weil sie ihre Familie auf der Alb besucht, und mit den Belgiern war alles geregelt. Ich hatte ihnen als Dolmetscher und Vermittler gedient und habe ihnen die Ferienwohnung in Säckingen besorgt, die sie für sechs Wochen brauchen. Zum Dank hatten sie mir allerlei Süsszeug mitgebracht.

Als ich jetzt heute mit dem Erdbeerbecher fertig war und wartete, bis die Bedienung vorbeikam, bei der ich bezahlen wollte, stand ein paar Tische weiter ein Mann auf, um das Lokal zu verlassen. Als er an mir vorbeikam, streifte mich kurz sein leerer Blick. Er kam mir wesentlich älter vor als ich, also einfach ziemlich alt. Wahrscheinlich war er genauso alt wie ich. Aber mache ich so ein Gesicht?

Für ihn schien alles normal und langweilig zu sein. Er machte nicht gerade den Eindruck eines Genussmenschen. Was machte er in diesem Café, für das ich so weit gefahren war?

Café Heinritz
Ich hatte einen Parkplatz direkt gegenüber vom Café Heinritz.

Auch die anderen Leute im Café schienen das alles normal zu finden, dass sie da sassen, allein oder mit anderen, in Gedanken oder Gespräche vertieft.

Nur für mich war mal wieder alles was ganz Besonderes.

Danke fürs Lesen.