Freuden

Da ich ja jetzt das Rentenalter erreicht habe, denke ich schon seit einiger Zeit öfter drüber nach, was ich noch anstreben will und worauf ich mich freuen könnte.

Im Moment warte ich auf den genauen Rentenbescheid. Wenn ich ihn dann gekriegt haben werde, werde ich kurz eine bessere oder schlechtere Stimmung haben, je nachdem, ob er höher oder niedriger ausfällt als erwartet. Was meine zwanzig Jahre Arbeit in Belgien betrifft, habe ich nämlich überhaupt noch keine diesbezüglichen Informationen.

Freuen kann ich mich auf unseren Kurzurlaub in Tirol, ein Wochenende in der Familie meiner Frau und eins in meiner Familie, alles noch in diesem Monat. Und ich habe einen neuen Schreibtischstuhl, auf den ich mich seit einigen Tagen gefreut habe. Er ist gestern angekommen und noch nicht zusammengebaut.

Ich freue mich auch auf ein neues gebrauchtes Auto, das ich mir vielleicht noch in diesem Jahr kaufe, je nachdem wie lange der Chrysler mir noch treu bleibt mit seinen 162.000 Kilometern.

Was solche Vorfreude betrifft, weiss ich seit einiger Zeit definitiv, dass sie die schönste Freude ist. Sie hält auf jeden Fall länger an als die, die man im Moment der Inanspruchnahme des erreichten Reiseziels oder des grünen Sessels empfindet.

Man setzt sich rein, sagt sich, dass man gut drin sitzt und dass er gut aussieht, und dann beginnen wieder tausend Tage.

Wobei auch das nicht mehr so selbstverständlich ist wie früher mal.

Ohne Titel

2 Gedanken zu “Freuden

  1. Zuerst einmal alle guten Wünsche, auf dass der Rentenbescheid so ausfällt, dass sich die Stimmung hebt. Meine Frau und ich haben diese Phase der Erwartung bereits hinter uns. Nun gab es da in beiden Fällen Irregularitäten. Einmal negativer, einmal positiver Art.
    Bei mir war es so, dass ich mich schon vor 3-4 Jahren erkundigt hatte, wann ich in die reguläre Alterspension gehen dürfte. Es hieß damals 1.1.2016. Der Betrag stand nicht zur Frage, schließlich hatte ich bereits seit meiner Studentenzeit immer das Maximum an Beiträgen einbezahlt. Als ich im November die Pension zum 1.1.2016 anmelden wollte, hieß es auf einmal: nein, nein, erst in dem Monat nach meinem 65. Geburtstag dürfte ich ohne gewaltige Abschläge gehen. Da mein Chef aber bereits vom dem Termin 1.1. vorgewarnt worden war, erschien mir eine Verlängerung ihm gegenüber nicht fair. Schließlich hatte er schon Vorkehrungen getroffen. Also meldete ich mich für sechs Monate arbeitslos. Die Differenz auf die Pension abzüglich Steuer betrug 500 € pro Monat. Aber damit konnte ich leben. Und jetzt bin ich regulär in Pension und darf allenfalls 4.500 € dazuverdienen, ohne dass mir die Sozialversicherung mehr als die Hälfte davon abknöpft. Aber wie gesagt, damit kann ich sehr gut leben, denn pensionstechnisch sind wir in Österreich viel besser aufgestellt als in Deutschland.
    Positiv hingegen verlief die Bemessung meiner Frau. Als sie sich mit 59 Jahren nach ihrer Pension erkundigte, – nach 24 Jahren Kinderbetreuung und 6 Jahren Pflege meines Vater – hatte sie wieder gearbeitet, erfuhr sie, dass sie mit 60 Jahren 300, mit 65 Jahren 500 € bekommen würde. Da ich selbst gut verdiente, hätte sie auch keinen Anspruch auf eine Ausgleichszulage, um das Minimum von 850 € zu erreichen.
    Nun, arbeiten wollte sie sowieso, der Kontakt machte ihr Spass. Zwei Jahre vor ihrem 65. Geburtstag fing die Pensionsanmeldungsphase an. Sie bekam keine Auskunft, denn die österreichische Pensionsversicherungsanstalt musste auf Daten von den Deutschen, wo sie kurz gearbeitet hatte, warten. Von dort kamen nun Anfragen an meine Frau. Sie sollte die Schul- und Ausbildungszeugnisse erbringen. Dann wurde noch einmal angefragt, weil bestimmte Daten in den Zeugnissen nicht lesbar waren. Ich schaltete mich telefonisch ein und bekam die Auskunft, dass alles in Ordnung sei. Allerdings käme es auf die Daten wirklich auf den Tag genau an. Warum, das erfuhren wir später. Mit den deutschen Anrechnungszeiten hatte meine Frau nämlich knapp über 15 Jahre angemeldet gearbeitet. Kinderaufzucht zählt ja nicht, genausowenig wie die Pflege meines Vaters. Aber jetzt hatte sie regulären Pensionsversischerungsanspruch. Und jetzt betrug die Pension über 1200 €. Davon einmal die Abzüge verrechnet, blieben 1150€ übrig.Ca. 100 € davon kamen aus der deutschen Versicherungskasse.
    Sehr gute Nachricht, nicht wahr?
    Aber es gab noch ein Nachspiel. Vor zwei Jahren bekam meine Frau einen Steuerbescheid: Nachzahlung über ca. 500€, seit sie in Pension ist. In etwas 8% der Pension müssen als Steuer abgeführt werden. Obwohl die Österreicher auszahlen, schafft es Österreich und Deutschland nicht, auch die Steuererhebung zu harmonisieren. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der Administrationsaufwand für diese Steuereinholung aus dem Ausland mehr als die eingenommene Steuer beträgt. Trotzdem muss ich sagen, dass es eine „gute Steuer“ ist. Ohne die Penibilität der Deutschen hätte meine Frau monatlich 600 € an Rentenanspruch verloren.
    Ich habe mich mein ganzes Leben nicht mit den Gedanken an Pension, Rente oder die Zeit nach der Arbeit befasst. Ich selbst wollte eigentlich länger arbeiten, doch die derzeitigen Entwicklungen in der EDV haben mich die Lust verlieren lassen.
    Doch Fadisieren ist nicht meine Sache. Meine Ziele sind gesetzt und diesbezüglich kann ich auch nicht auf der faulen Haut liegen. Lustig ist nur die Bestätigung, dass man als Pensionist tatssächlich weniger Zeit als als Aktiver hat. Ja, das ist lustig!

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  2. Wie hoch die Rente sein wird, die ich aus Belgien bekomme, weiss ich noch nicht. Ich bin ja seit 2001 wieder in Deutschland und habe keine Zwischeninformationen erhalten. Ist wohl auch meine Schuld, dass ich mich so lange nicht gekümmert habe. Jedenfalls habe ich als Selbständiger 20 Jahre meine Pflichtbeiträge gezahlt. Den Bescheid erwarte ich in Kürze. Schaun mer mal. Schöne Grüsse vom Achensee!

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