Worte am Sonntag

Soeben eine schöne Stelle in Martin Walsers Buch „Statt etwas oder Der letzte Rank“ gelesen. Kurz überlegt, ob ich sie abschreiben oder scannen und posten möchte.

Dann erst mal weiter gelesen, ohne die Stelle zu markieren. Nochmal überlegt. Weitergelesen und umgeblättert. Dachte „Die Stelle ist auf der vorigen Seite, Anfang von Kapitel 40, das kann ich mir leicht merken.“ Dann doch aufgestanden und mich an den Schreibtisch gesetzt, um sie abzuschreiben.

Scannen wäre einfach zu grob gewesen.

Ich musste einmal hinfahren zu der Stelle, an der von der Haupstraße ein Sträßchen, ein Nebenweg, hinauf zum Waldrand führt. Ich konnte mir das nicht mehr vorstellen, nicht genau: Also fuhr ich hin, bog selber in den Weg ab und fuhr hinauf bis zum Waldrand, hielt, stieg aus und genoss es, jetzt zu wissen, was ich hatte wieder wissen wollen. Diese Stelle war einmal in meinem Leben wichtig geworden. Darum das Bedürfnis, die Stelle noch einmal zu sehen, genauer zu sehen. Jetzt war ich ausgesöhnt. Nichts mehr in mir konnte immer wieder sagen: Fahr doch mal hin.

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