Der Stand / Lauf der Dinge

Per Beantwortungsgerät wurde ich gebeten, mich später noch einmal zu melden. Im Moment seien viele Patienten in der Praxis, weswegen man nicht sofort alle Anrufe beantworten könne.

Ich hatte ja ihre E-Mail-Adresse und schrieb wie folgt vormittags um 11:30 Uhr.

Guten Tag Frau Dr. X,

da mein Hausarzt, der mich an Sie überwiesen hat, mir keine Überweisung zu einer Physiotherapie ausstellen wollte, habe ich auf eigene Faust Kontakt mit einer therapeutischen Praxis aufgenommen. Ich bin gegebenenfalls auch bereit, die Kosten selber zu übernehmen.

Die Physiotherapeutin, Frau — in — , bittet mich jedoch um einen Befund von Ihnen, um ihre Behandlung besser auf mich abstimmen zu können.

In Erwartung einer Nachricht von Ihnen und mit freundlichen Grüssen

Die Antwort meiner freundlichen Neurologin kam noch am gleichen Tag um 19.30 Uhr.

Lieber Herr Y,

Sie können morgen Ihren Brief und den Verordnungsschein für KG bei mir in der Praxis abholen – oder soll ich Ihnen beides zuschicken lassen?

Herzliche Grüße,

Mit dem Schein für zehn Einheiten kann ich jetzt zur Physiotherapeutin gehen.

Warum schreibe ich das? Weil ich mich freue, dass etwas vorangeht. Und dass die Neurologin so prompt und positiv geantwortet hat, nachdem ich vorher ja eher abschlägig beschieden worden war.

In dem ansonsten eher medizinischen Befund stand übrigens auch ein für mich ganz gut verständlicher Satz über meine Person. „Wacher, freundlich zugewandter, affektiv gut schwingungsfähiger Patient ohne pathologische Denkinhalte oder formale Denkstörungen.“

Alles wird gut.

Halbzeit

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Martin Walser hochschätze ich, seit ich 1963 seinen Roman Halbzeit las. Seitdem war für mich immer mal wieder Halbzeit und ich besuchte ihn auch wiederholt auf Lesungen im Land.

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Wie er fühlte ich mich damals als Linker und Kommunist und wäre ebenfalls wie er fast in die Kommunistische Partei eingetreten. Und wie er empfand ich schon damals die DDR als etwas völlig Unnatürliches, als alle sie noch in Anführungszeichen setzten.

Und ebenfalls wie er empfand ich seinen schärfster Kritiker, Marcel Reich-Ranicki, immer nur irgendwie widerlich.

Und wieder teile ich mit ihm eine wundersame Wandlung. Die von einem Gegner von allem, was nach Rechts und CDU riecht, zu einem Bewunderer der Kanzlerin Merkel.

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Während Walser Geschichten veröffentlichte, machte sie Geschichte.

Walser preist sie auf wunderschöne Weise im heutigen Spiegel Nr. 46.

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https://magazin.spiegel.de/SP/2018/46/160712930/?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage

Und würdigt eine ihrer Stärken.

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Und das gilt nicht nur für’s Reden, sondern auch für’s Schreiben.

https://schreibmanblog.wordpress.com/2018/10/29/das-ende/

Wunderheiler und Simulant?

Meinem neuen Hausarzt – bisher hatte ich gar keinen – berichtete ich gestern von meinen beiden Besuchen bei der Neurologin, an die er mich überwiesen hatte.

Als ich ihn fragte, ob er mir ein Rezept für Physiotherapie ausstellen könne, meinte er nein, das sei rausgeschmissenes Geld. Würde mir genauso wenig nützen wie die Alpha Lipon Säure Tabletten.

Ich könne doch laufen. Was ja auch stimmt. Ich solle Stock, Rollator und Pillen vergessen. Und einfach nur laufen. Am besten gleich den Rollator bei ihm stehen lassen und freihändig zu meinem Auto auf den Parkplatz gehen.

Vielleicht wäre das ja schon der erste  Schritt gewesen. Oder einfach nur ein Flug auf die Schnauze.

Ich überlegte bissle hin und her, ob ich nun eher in die Kategorie Der hat ja garnichts oder Der sollte unbedingt was tun gehöre, und entschied mich dann, auf jeden Fall mal Physiotherapie zu machen. Ob mit oder ohne Rezept.

Erster Termin ist nächste Woche.

Novembereis

Novembereis

Meine Frau sagt ja, dass ich ein bisschen mehr labere, seit ich diese Alpha Lipon Säure Tabletten nehme. Das sind rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel, also keine Psychopharmaka oder sowas.

Irgendwo hat sie sicher Recht. Ich merke das selber, dass ich manchmal etwas mehr rede als sonst. Naja, das ist ja auch gar nicht so schwierig, weil ich sonst eigentlich ein ziemlich ruhiger und oft auch schweigsamer Mensch bin.

Gerade eben beim Frühstück, als die Sonne voll auf unseren Küchentisch schien, bekam ich nochmal Lust auf Eis. Solche Erdbeereis-Hörnchen habe ich ja den ganzen Sommer über fast täglich vernascht. Und dann ziemlich abrupt damit aufgehört, als der Sommer plötzlich vorbei war.

Und ebenfalls wegen des schönen Wetters hatte ich dann auch Lust, mir nochmal ein kurzärmliges Hemd anzuziehen und mich so von meiner Liebsten fotografieren zu lassen.

Ich gerate schon wieder ins Labern. Dabei habe ich zu nichts mehr Lust als dazu, mal wieder was einigermaßen Intelligentes zu schreiben, was den Einen oder Anderen zum Nachdenken anregt.

Aber, so sage ich mir, zwischendurch kann man es auch ruhig mal etwas easy angehen lassen.

Long live the bride!

Gestern in Kanada

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Mein Sohn Bastian mit seinem Patenonkel Axel

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Tony, Tochter meines Bruders Axel, mit Bräutigam Patrick