Verhaltensökonomische Aspekte meines Gebrauchtwagenkaufs

Chrysler PT Cruiser

Man kennt das ja. Man hat seine eigene mentale Buchhaltung. Man betreibt geistige Mischkalkulation. Man bekämpft seinen inneren Schweinehund oder man tätigt Frustkäufe. Man lässt sich verführen, entscheidet aus dem Bauch heraus, gerne auch gegen jede Vernunft. Dies alles sind psychologische Aspekte, die Bestandteil unseres wirtschaftlichen Verhaltens sein können.

Verhaltensökonomik ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft. Ihr herausragender Vertreter Richard H. Thaler bekommt nun den Nobelpreis für seine Forschungen und Leistungen auf diesem Gebiet.

Beim Nachdenken über mein eigenes ökonomisches Handeln dachte ich nicht nur an ein Beispiel, das in diesem Zusammenhang gerne genannt wird: das Problem, ob man nur im Hier und Jetzt leben und konsumfreudig sein oder lieber Geld fürs Alter zurücklegen soll. Ich bin da noch zu keinem eindeutigen Schluss gekommen, so dass sich das Thema für mich noch nicht erledigt hat.

Ein Kauf, nämlich der meines Gebrauchtwagens vor sechs Jahren, liegt nun weit genug zurück, dass man ihn nachträglich erörtern kann.

Traumauto Chrysler PT Cruiser
19. Dezember 2011

Ein Neuwagen erschien mir damals als ein Luxus, den ich mir nicht unbedingt leisten muss. Ich hatte in meinem früheren Leben schon mehrere neue Autos gekauft, muss jetzt aber keinen erfolgreichen Geschäftsmann mehr abgeben noch will ich wildfremde Nachbarn beeindrucken. Abgesehen davon, dass ich das auch schon früher nicht getan habe.

Eine alte klapprige Kiste musste es aber auch nicht unbedingt sein. Schon öfters war mir der Chrysler PT Cruiser ins Auge gefallen und so entschloss ich mich, mir einen solchen zu kaufen. Er hatte erst 33.000 km auf dem Tacho und sah so gut wie neu aus, kostete aber nur 6.000 €. Inzwischen bin ich 135.000 Kilometer damit gefahren, also über 22.000 km pro Jahr. Und er läuft noch wie am ersten Tag. Es war keine Fehlentscheidung, wie ich rückblickend meine.

Dabei hatte ich das Auto wie die Katze im Sack gekauft. Ich hatte es im Internet gesehen und bei einer 300 km entfernten Mercedes-Werkstatt reserviert. Ich war zum Kauf entschlossen, bevor ich überhaupt eine Probefahrt gemacht hatte. Technische Details wie Verbrauch oder PS haben also keinerlei Rolle gespielt, wohl aber ästhetische. Sogar fast ausschliesslich.

Der Wagen hatte für mich eine Art Oldtimer-Aura, sowas wie die Traction-Gangsterautos in alten französischen Filmen. Er entsprach meinem etwas undefinierbaren persönlichen Geschmack.

Nur gut, dass ich auch sonst nichts an ihm auszusetzen habe. Es ist schliesslich kein Auto wie jedes andere. Und es ist meins.

Schreibman & Maria in Rumersheim-le-Haut (F)

Sex am Nacktbadestrand

Das hatten wir schon immer gewollt und heute haben wir’s uns getraut. Das sonnige Wetter lud geradezu dazu ein, unsere erste längere gemeinsame Tour mit E-Bike und E-Scooter Richtung Dreiländereck zu wagen.

Altrhein

Unsere E-Fahrzeuge waren voll geladen und wir starteten Richtung Basel, immer auf dem Radweg am Altrhein entlang. Von daheim bis zum Yachthafen Märkt waren es 23 Kilometer. Dort kehrten wir im Gasthaus „Bootssteg“ ein.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an den „Isteiner Schwellen“ vorbei, die weithin als wilder FKK-Strand bekannt sind. Ich kenne sogar eine Person, die es dort schon mal richtig getrieben hat. Naja, kennen ist übertrieben.

Lilli
Lilli trieb es auf die
Nudistenbeobachtungsplattform

Was mich betrifft, war ich eher bissle

Overdressed
overdressed

Insgesamt haben wir knapp 50 Kilometer gemacht. Lilli eher sportlich und ich eher

Scooter
gemütlich

Achtung Kontrolle

Als wir gestern Mittag um 11:30 Uhr über die deutsch-französische Grenze fuhren, stand ein Mann in Zivil mitten auf der Fahrbahn und signalisierte uns mit Handzeichen, dass wir anhalten sollten.

Ich fuhr langsam auf den Mann zu und sah gleichzeitig, dass auf beiden Seiten der Strasse insgesamt drei uniformierte Soldaten mit Maschinengewehren standen, die sie auf uns gerichtet hielten.

Ich liess die Scheibe runter und der Mensch in Zivil fragte mich, wohin wir wollten. Ich sagte: „Wir fahren nach Kembs, zum Essen, ins Restaurant.“ – „Das ist in Ordnung, dann gute Fahrt!“ sagte er freundlich.

Wir fuhren dann zu unserem kleinen französischen Lieblingsrestaurant und assen als Vorspeise pochiertes Ei mit Pilzen und als Hauptgang gefüllte Perlhühner mit Gratin dauphinois und Rotkohl.

Vorher hatte es als Amuse-gueule, auf Deutsch „Gruss aus der Küche“, eine Miniterrine mit einem Kürbissüppchen gegeben.

Als Nachtisch nahmen wir das Duett der crèmes brulées, die eine klassisch mit Vanille-Geschmack, die andere mit Chicorée / Chicon.

Nachmittags – meine Frau hat ja Urlaub – sahen wir uns eine Folge unserer Lieblingssendung „Achtung Kontrolle“ an.

Und am Abend dachte ich dann noch so: „Naja, das hat ja auch nicht jeder jeden Tag: zuerst in drei Maschinengewehre kucken, bevor es was zu essen gibt.“

Im Interessiert-keine-Sau-was-ich-erzähl-Modus

Achtung, Achtung! Seit kurzem befinde ich mich des öfteren in einem „Interessiert-keine-Sau-was-ich-erzähl“-Modus. Dies äussert sich darin, dass Dinge einfach uninteressant sind, die ich erzähle.

Dabei kann zwischen Fällen unterschieden werden, die man als „Falscher Text am falschen Ort“ bezeichnen könnte, oder von solchen, in denen entweder der Sprecher oder der Zuhörer gerade absolut nicht der richtige ist.

So ist es zum Beispiel manchmal schwer zu entscheiden, womit man anfangen beziehungsweise was man erzählen soll, wenn man einen Kontakt mit jemandem aufbauen will, der einen und den man noch nicht kennt.

Soll man gleich seine ganze Lebensgeschichte erzählen oder nur seine guten Eigenschaften? Geht ja gar nicht. Oder seine schlechten? Wer von Lüge frei ist, der werfe den ersten.

Oder soll man irgend einen typischen Fall herausgreifen, anhand dessen man sich selbst ins richtige Licht rückt? Aber was ist schon typisch? Und überhaupt, wie soll das gehen?

Die ganze Problemlage ist mir erst heute so richtig bewusst geworden. Und das kam so. Wobei das eine nicht unbedingt mit dem anderen zu tun hat. Und es vielleicht noch viel bessere Beispiele gäbe.

Ich war also in der Schweiz in einer Migros. Im Eingangsbereich musste ich an einem Käsestand vorbei, an dem ein junge Frau mit Zahnstochern aufgespiesste Gruyère-Würfel zum Verzehr anbot. Sie schaute mich an und fragte, ob ich mal probieren wolle. Worauf ich freundlich ein „danke“ nickte und weiterging.

Als ich mit dem Einkaufen fertig war, kam ich zum zweiten Mal an diesem Stand vorbei. Unsere Blicke trafen sich wieder. Ich weiss nicht, ob sie es wirklich getan hat oder ob ich mir das jetzt nur im Nachhinein einbilde. Nämlich die Frage gestellt beziehungweise gestellt bekommen zu haben, ob ich es mir nicht doch anders überlegt hätte?

Jedenfalls verstand ich ihren Blick so. Ich sagte dann: „Nein danke, ich kenne den Gruyère-Käse. Ich war sogar schon einmal in der Käserei in Greyerz.“

Und das war doch ein ziemlicher Fehler von mir. Nicht dass ich mal in Greyerz war, sondern dass ich die junge Dame mit dieser „Info“ belästigt habe. Denn das kann und ich möchte sogar sagen muss ihr doch am Allerwertesten vorbeigehen, wo ich irgendwann mal meinen Urlaub verbracht habe.

Ich war, leider erst nachträglich, innerlich ganz auf der Seite der jungen Käseanbieterin. Ich schämte mich fast ein bisschen. Und erfand diesen Begriff vom „Interessiert-keine-Sau-was-ich-zu-erzählen-hab“-Modus.

Ich weiss nicht, wann das alles es begonnen hat und wie es weitergehen oder gar enden wird. Vielleicht bin ich grad mittendrin?

Jedenfalls habe ich schon eine erste Lehre gezogen. Ich fuhr nach dem Einkauf in der Schweiz noch eben rüber nach Sierentz in Frankreich, um im dortigen Hyper U Supermarkt noch ein wenig Pâtisserie zu kaufen. Ich hatte nicht viel in meinem Einkaufswagen und wie es der Zufall wollte, war gerade die Kasse mit den wenigsten Kunden von einer ganz süssen Maus besetzt.

Ich habe sie angeschaut und sie mich und wir hatten sogar beide ein freundliches Lächeln füreinander. Haben aber nur das nötigste gesprochen. Ein reines Geschäftsgespräch sozusagen.

Ich bilde mir sogar ein, dass sie das genossen hat.

Was haben wir eigentlich früher am Sonntag

Vormittags war Kirchgang, das war klar. Man war sonntäglich gekleidet. Mittags gab es einen Sonntagsbraten oder ein sonstwie sonntägliches Essen.

Der Nachmittag war dann der Knackpunkt. Blieb man in der Familie oder hatte jeder etwas anderes zu tun? Dies änderte sich natürlich auch mit der Zeit.

Ich erinnere mich daran, dass ich im Alter von 13 oder 14 Jahren ein Buch mit deutschen Kurzgeschichten seit 1945 hatte, vermutlich vom Bertelsmann Lesering. Nachdem mir die erste Geschichte ganz gut gefallen hatte, beschloss ich, jeden Sonntag eine weitere zu lesen.

Das tat ich dann auch und markierte jeweils nach der Lektüre der Story den Titel im Inhaltsverzeichnis mit Bleistift. Nach welchem System ich bezüglich der Reihenfolge der zu lesenden Geschichten vorgegangen war, weiss ich nicht mehr.

Dann gab es eine Zeit, als ich 10 oder 15 war, da spielten wir jeden Sonntagnachmittag mit den Eltern Doppelkopf. Ein Freund der Familie gehörte mit zur Runde.

Da die Schwester meines Vaters in Solingen wohnte, also immer ziemlich in der Nähe, ob wir nun in Köln oder Wuppertal wohnten, kam sie oft mit ihrer Tante am Sonntagnachmittag zum Kaffee. Manchmal waren es nicht nur zwei sondern sogar drei tolle Tanten und mein Vater schaute ab 17 Uhr regelmäßig auf die Uhr, ob es nun nicht bald vorbei sei mit diesem sonntäglichen Kaffee trinken und Kuchen essen und dem Geschwätz seiner Schwester.

Einmal wollte ich alleine am Sonntagnachmittag ins Kino. Meine Mutter hielt dies nicht für eine gute Idee. Sie meinte, die Leute, die sich Sonntag nachmittags in der Stadt und insbesondere in der Fussgängerzone herumtreiben, seien keine gute Gesellschaft.

Es gab auch Sonntage, die man fast vollständig am Fernseher verbrachte, um alte Heinz-Erhardt- oder noch schlimmere Filme über sich ergehen zu lassen.

Ich erinnere mich noch gut an einen Sonntagnachmittag in England. Ich war für zwei Wochen in einer Gastfamilie und konnte auch ein bisschen tun und lassen was ich wollte. Als ich nachmittags in die Stadt ging, ich glaube es war in Leatherhead, sah ich Jugendliche, die aus meiner Sicht völlig nachlässig alltäglich gekleidet waren und sich in der Stadt rumtrieben. Das war für mich total un-sonntäglich.

Was ist nun heutzutage typisch sonntäglich? Mir scheint dieser Tag hauptsächlich negativ geprägt durch die Tatsache, dass die Geschäfte geschlossen sind.

Spaziergänger mit Hund und Kindern gab es sonntags schon immer. Das war früher nicht mein Ding und ist es auch heute nicht. Trotzdem trifft man mich seit einiger Zeit auch schon mal im Kurpark; das scheint mir aber keine ideale Lösung.

Jetzt gehen wir erst mal zum Mittagessen in unser Lieblingsrestaurant. Was wir dann am Nachmittag machen? Kaffee und Kuchen bei Brigitte.

Meine Füsse sind der Fussballerin zu blöd

Kommunikationsprobleme und Ende eines Chats zwischen A. und mir.

Sie, von der ich keinerlei Foto habe, hat nach eigenen Angaben Literaturwissenschaft studiert, ist 59 Jahre alt, glücklich verheiratet und für eine Schulbehörde tätig, vermutlich als Schulrätin.

Unser unstrukturierter Chat zog sich in kleinen Dosen über etwa sechs Wochen hin. A. hatte ihn begonnen, ebenso wie das Gespräch heute früh.

Sie: Guten Morgen.

Ich: Guten Morgen A.! Bist auf Arbeit?

Sie: Natürlich.

Ich: Ich war gestern bei meiner Fusspflegerin. Meine Füsse sind perfekt, meinte sie.

Sie: Wie schön.

Ich: Klingt ja nicht sehr begeistert. Wir können gerne das Thema wechseln.

Sie: Das ist kein tolles Thema für mich.

Ich: Würde mich interessieren, was für ein Thema toll für Dich ist. Oder worüber Du halt einfach gerne sprichst.

Sie: Füße ganz bestimmt nicht … mehr reisen, Literatur, alltägliches, Fußball.

Ich: Seit ich im Hinterkopf habe, dass ich gerne mal nach Bozen will, treffe ich dauernd Leute, die schon da waren oder im September da hin wollen. Ich glaube ich warte noch ein bisschen, bis wirklich alle da waren, sonst treff ich die da noch.

Sie: Was soll ich nun dazu sagen???????????????????

Ich: Keine Ahnung. Das fiel mir grad zum Thema Alltägliches ein.

Sie: Aha.

Ich: Ja. Fussball hab ich nicht. Literatur ist ein weites Feld, Luise. Interessierst Du Dich für meine Meinungen oder meine Gespräche mit Siegfried Lenz oder Martin Walser? Oder willst Du einfach was von Dir aus sagen statt immer mehr oder weniger einsilbig Dein Desinteresse zu bekunden?

Sie: Ich heiße nicht Luise … du sprichst über Themen, zu denen ich nichts sagen kann … deine Füße, Leute in Bozen. Übrigens muss ich auch arbeiten.

Ich: Du willst doch sicher nicht sagen, dass Du das Luise-Zitat von Fontane nicht kennst.

Sie: Doch, das kenne ich.

Das war’s dann. Ich bin einfach ausgestiegen. Mir fiel nichts mehr ein. Ich hatte keine Lust mehr. Was hätte ich der Anonymen Akademikerin noch sagen sollen? Was wollte sie überhaupt?

Verflixte Armbanduhr

Das fing ja gut an. „Mittwochnachmittag geschlossen“. Ein erstes Anzeichen dafür, dass ich auf dem falschen Weg war mit meiner Boccia-Uhr, die ich mir bei Amazon bestellt hatte und deren Armband ein bissle zu lang war.

Als ich wieder bei meinem Chrysler angelangt war, sah ich, dass es ein paar hundert Meter in der anderen Richtung noch so ein Geschäft gab, dessen Dienste ich eventuell in Anspruch nehmen konnte. Es war natürlich nicht so ein großes Juweliergeschäft wie das geschlossene, sondern eher so ein kleiner türkischer Ramschladen.

Er hatte reichlich Armbanduhren im Schaufenster und draussen auch noch ein Schild „Kaufe Altgold auch mit Zähnen“.

Bedient wurde ich von einer jungen Frau, die mir allerdings nur die Auskunft geben konnte, dass ihr Bruder nicht da ist und ich die Uhr morgen wieder abholen könne, wenn er das Armband dann verkürzt haben würde. Okay, was sollte ich machen?

Am nächsten Tag kam ich dann um 14:25 Uhr an. Der Laden war noch geschlossen. Direkt vor der Tür und halb auf dem Gehsteig, so dass ich kaum vorbeikam mit meinem Rollator, stand ein Audi mit laufendem Motor und einem sitzenden Mann am Steuer.

Ich vermutete, dass er auf die Öffnung des Geschäfts wartete und hoffte, dass er irgendwann doch den Motor ausschalten würde. Dem war aber nicht so. Sollte ich mich auf eine Diskussion mit ihm einlassen? Der Mann sah nicht wirklich redegewandt aus.

Sieben Minuten später also um 14:32 Uhr, kam dann unser türkischer Uhrenhändler und öffnete sein Geschäft. Der Audi-Fahrer mit dem laufenden Motor stieg aus und ging in den Laden, nicht ohne den Motor auch weiterhin laufen zu lassen.

Er wurde dann von seinem Kumpel bedient, das heisst ihm wurde sein Armband um ein oder zwei Glieder kürzer gemacht. „Aha“, dachte ich, dann bin ich hier wenigstens an der richtigen Adresse.

Aber weit gefehlt. Der eine Kumpel zahlte dann dem anderen Kumpel die verlangten zwei Euro und machte sich dann daran, seinen laufenden Audi wieder zu besteigen.

Zwei Euro für eine Arbeit, die diese Leute ja doch nicht gerne machen, weil sie sich jedes Mal darüber ärgern, dass man die Uhr nicht bei Ihnen gekauft hat.

Mein türkischer Mitbürger nahm dann den Umschlag zur Hand, den ich am Vortag seiner Schwester gegeben hatte, und stellte fest, dass ein kleiner Stift fehlte. Den hatte ich schon bei dem Versuch, selber handwerkliche Arbeit zu leisten, rausgezogen und dann mit in den Umschlag gelegt. Aber jetzt war er halt weg.

Das machte aber überhaupt nichts, denn der Mann konnte mir sowieso nicht helfen, wie ich nun erfuhr. Das sei nämlich ein neues System der Uhrarmbandverkürzung, das er überhaupt noch nicht kannte. Was sollte ich machen?

Der Mann erzählte etwas davon, dass man das ganze natürlich einschicken könne und dass das halt dauert. Das wusste ich auch selber!

Dann kam ich auf die Idee, das ganze Armband auszuwechseln, sodass ich die Uhr wenigstens tragen konnte. Das schien ihm einzuleuchten. Er holte ein Armband aus einer Schublade und montierte es. Er zog es mir gleich über und ich sagte: „Ja ein bissle straff, aber geht schon.“ Und dachte weiter bei mir: Sieht halt nur scheisse aus.

Jetzt hatte ich einfach nur noch genug von allem. Ich fragte ihn, was ich ihm schulde. Worauf er ganz spontan „zehn Euro“ sagte. Und ich dachte so: „Der Kunde vor mir hat nur zwei Euro bezahlt und ist richtig bedient worden.

Und ich zahle jetzt zehn und bin auch nicht halb so gut bedient worden wie ich erwartet und verdient hätte. Ausserdem hat er ein nagelneues Titan-Uhrenarmband von mir für lau bekommen.

Was sollte ich jetzt mit einer Marken-Uhr machen, deren Armband billiger Schrott ist und auch scheisse aussieht?

Und ab welchem Punkt ist eigentlich alles schief gelaufen?

boccia

Jenseits des Rollators – Eine Dokumentation

Nachstehend Blogeintrag von (Schreibman) in einem Seniorenforum, gefolgt von zahlreichen Kommentaren

Neulich habe ich mich mal bei so einem Seniorenforum angemeldet. Bin ja jetzt 65 und wollte dort Kontakte mit Menschen meiner Altersgruppe knüpfen.

Ich suchte wohlgemerkt freundschaftliche Kontakte, keine neue Partnerin. Das spezifizierte ich auch in meinem Profil und kreuzte bei Suchanfragen immer ‚Freundschaft‘ statt ‚Partnersuche‘ an.

Männer ab meinem Alter suchen ja aus der Sicht der Frauen gerne a) eine jüngere Geliebte für den Bedarfsfall oder b) prophylaktisch eine Krankenschwester für den Pflegefall oder c) beides in einer Person.

Die Frauen dagegen suchen auch in vorgerücktem Alter gerne noch einen neuen treuen Fest-Partner mit Intelligenz und Humor und der Fähigkeit Pferde zu stehlen. Bis dass der Tod sie scheidet.

Mit verheirateten Männern wollen sie nie mehr etwas zu tun haben, die sollen sich woanders austoben. Bei jüngeren, siehe oben.

Wenn sie dann doch mal – wie ich – einer 70jährigen die Freundschaft anbieten wollen, klingt die ablehnende Antwort sinngemäss: „Junger Mann, ich wünsche Ihnen viel Glück bei der weiteren Suche.“ Siehe oben.

Und während ganz Deutschland barrierefrei wird und Menschen mit Rollator immer mehr zum Strassenbild gehören, sind solche Gehfahrzeuge zumindest in der Seniorentruppe, in die ich da geraten bin, noch ziemlich tabu. Mir ist jedenfalls noch keiner begegnet.

Der Rollator ist die Grenze, ab der man einfach out ist. Mit Gehhilfe geht nichts mehr.

Kommentare

Ann

Benutzt Du denn einen Rollator?

Chr

Na, dann besuche mich mal…
…du darfst auch meinen Rollator benutzen! :-)))
Viele dieser Altersgruppe benutzen einen Rollator, sie geben es nur in Internetforen nicht zu!

Aga

Na dann pass mal auf, dass du nich zufällig auf einer Bananenschale ausrutschst, könnte böse mit zwei Unterarmgehhilfen für dich enden.
Für @alle hier, die einen Rollator benutzen, lasst euch durch den User nicht verunsichern!!

Fue

Am liebsten a b und c hinzu kommt noch der Wunsch, dass sie schlank und hübsch sein muss und sich in einer Küche ebensogut bewegen kann wie im Schlafzimmer. Ja, ja…..
Also, ich nehme sowohl heute wie auch mit 70 mit Handkuss einen Jüngeren, der nicht mit mir zusammenleben will.

Dor

… die Erfindung des Rollators ist ja wirklich ein Segen !!
Meine alten Leutchen in unserem Altersheim, die transportieren da oft auch noch fast ihren ganzen Reichtum in dem integrierten Körbchen – rührt mich oft zu Tränen !
Und auch Krücken sind doch keine Schande !
diether, schöner Schmarrn was du uns da heute präsentierst als Blog – finde ich zumindest !!

Dor

@Ann: ER doch nicht , ER meint doch ER sei IN – nicht „out“ ! Pfffffffffffff …
Na hoffentlich rutscht er nicht mal aus oder stolpert saublöd …

Mel

ach (Schreibman), weißt du, dein „erzähle ich dir später“ beim Familienstand „verunsichert“ sicher so manche Frau.

Schreib doch rein, was los ist oder lass es ganz weg.

Ann

@Dor

Ich hatte meine Frage ernst gemeint, weil ich es nicht wirklich verstanden hatte.
Danke für Dein „ausdeutschen“.
Ich selbst werde vermutlich auch nicht drum rum kommen um so einen Rollator. Bisher steht mir allerdings meine Eitelkeit noch im Weg.
Was die Partnersuche anbelangt, so denke ich schon, dass ein „Rollator“ und alles was so dran hängt, der Suche nicht förderlich ist.
Mia is des aba wurscht, weil i suach koan :-))

Chr

Mein Gefühl sagt mir, dass der (Schreibman) mit diesem Blogtext testen, hinterfragen will, wer hier noch jugendtauglich und rollatorlos durchgeht…
Sozusagen als eigene Vorsortierhilfe*, damit er nicht versehentlich zu völlig unnützen Dates fahren muß! :-)))
(* neue Wortkreation für den Duden *g*)

Ann
@Chr

Ausschlussverfahren :-))

Reg

Ich habe @Schreibman so verstanden, dass ER einen benutzt.
Soviel zum Verständnis von Texten. 🙂

Dor

Vor zwei Jahren bekam ich eine künstliche Hüfte und … war für mich auch ein Schock – 2 Krücken ☻ mit denen ich am dritten Tag schon die 3 Etagen des KKH’s erklomm ☺ und heute … heute führe ich den Spaten mit der operierten Seite „wie nix“ !
Klar musste ich auch eine gewisse Scham überwinden mit den Dingern zu gehen bis ich irgendwann fast jubilierte , dass ich üüüberhaupt wieder gehen konnte !
Und heute gehe ich wieder wie vor zig Jahren !!
Seitdem versuche ich anderen Mut zu machen und kriege die Krise wenn jemand abfällige Bemerkungen macht wenn wer ’ne Gehhilfe braucht !

Ann

@Reg

Na toll …

Chr

@Dor

voraussichtlich in der ersten Dezemberwoche gehe ich auch diesen Schritt!
Mal schauen, ich hoffe sehr, dass ich anschließend zwar nicht als junges Reh, aber zumindest als fitte Altkuh durchgehe! *ggg*

Ann

@Dor
Zuerst freut es mich, dass Du wieder wie früher agieren kannst :-).
Ich finde aber, dass es einen Unterschied macht, ob man die Gehhilfen – seien es nun Stöcke oder eben ein Rollator – vorübergehend oder dauerhaft benötigt.
Mein Weg geht in Richtung dauerhaft und das ziemlich schnell und das mit noch nicht mal 60 Jahren.
Es ist aber nicht nur die Benutzung an sich, sondern auch die Erkenntnis des dauerhaften Abbaus ohne Möglichkeit einer Besserung.
Das mag erst mal geschluckt sein.
Nichts desto trotz ist der Rollator eine tolle Sache, weil er einfach Menschen wieder Mobilität ermöglicht, die ansonsten nicht machbar wäre.

Rab

Ich verstehe den Blog auch nicht… Mal hatte ich das Gefühl der (Schreibman) macht sich über die Gehhilfe lustig und ist von sowas weit entfernt, dann konnte ich nur mit dem Kopfschütteln, wegen so viel Unverständnis…
Als ich mit 44 Jahren meine Schlaganfälle hatte und danach wieder Laufen lernte, war ich froh, dass es für mich einen Rollator gab und dieser mich beim Lernen unterstützte…
Ich bin heute 57 und wollte einen Mann, wie den (Schreibman), der offensichtlich unsensibel ist, auch nicht näher kennen lernen wollen…
schönen Abend noch…

Sal

„Mit Gehhilfe geht nichts mehr“.
paradox! 😉

Son

Bevor ich mich hier ebenfalls in Mutmaßungen ergehe, wäre es schön lieber diether, wenn du die geneigte Leserschaft darüber aufklären würdest, ob es sich jetzt hier um eine reine Satire oder etwas anderes handelt.

Normalerweise fällt mir das Sinn verstehende Lesen nicht schwer, aber im Fall dieses Blogs bin ich ebenfalls ein wenig überfordert…

Dorodoo

@regina: ja, so könnte man es auch interpretieren .
Ich verstehe es nach wie vor anders .

Warum hat (Schreibman) das dann nicht zurechtgerückt falls er es so meinte , wie du es verstandst !??

Aber egal , für mich kommt (Schreibman) eher etwas selbstgefällig rüber !

Igi

Ich übe immer schon – mit dem Einkaufswagen im Supermarkt 🙂

Fis

@(Schreibman)

Ich finde Deinen Blog sehr mutig und offen.
Nach dem Durchlesen obiger Kommentare bin ich zum Entschluss gekommen, nun doch auch meine Meinung dazu zu schreiben.
Leider (oder glücklicherweise ?) kann ich noch nicht mitreden betr. Anschluss an eine Seniorengruppe – das könnte aber auch noch kommen.
Auch wenn ich hier nicht auf der Suche bin, kann ich mir lebhaft vorstellen, dass (nur) freundschaftliche Kontakte hier schwer zu finden sind, obschon ich ein paar solche (mindestens schreibenderweise) gefunden habe und auch pflege.
Ich verstehe es so, dass Du – wenn Du über jüngere Geliebte oder Krankenschwester schreibst, dass Du es aus Sicht der Damen tust und es nicht Deine eigene Ansicht ist – oder irre ich mich hier ?
Es stimmt, dass Damen in vorgerücktem Alter – in unserem Alter eben – meist einen festen Partner suchen, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollen, mit allem Drum und Dran. Es gibt ihnen Sicherheit, Nähe, Geborgenheit und vieles mehr.
Dass bei entsprechenden Anfragen an bestimmte Damen dann prompt ein Korb kommt, das darfst Du nicht so ernst nehmen.
Die Spuren des Alterns gehen übrigens nicht nur an den Damen, sondern auch an uns Herren nicht unsichtbar vorbei.
Wenn wir jedoch zu uns selbst stehen, dann gibt es immer noch offene Türen, auch ohne Waschbrettbauch und sogar mit Gehhilfe.
Man muss aber schon ein bisschen Geduld aufbringen.
Vor allem ein gesunder Humor, Fröhlichkeit, Gelassenheit und ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht sind schon mal gute Voraussetzungen.
meine Meinung / fis

Jea

“Mit Gehhilfe geht nichts mehr.“
So ein Blödsinn!
Mit Gehhilfe geht alles mögliche und mit etwas Fantasie sogar noch mehr.

Jac

die Babylonische Sprachver(w)irrung ist nichts gegen die Kommentare in diesem Blog 😉
Ich muß da garnichts groß interpretieren
…….meiner Ansicht nach hat’s der BE so geschrieben, wie er’s erlebt hat und den letzten Satz sehe ich eher humorvoll,
den muß man jetzt auch nicht unbedingt unter allen möglichen Gesichtspunkten analysieren

(Schreibman)

Tut mir leid, dass man mich so missverstehen konnte. Warum sollte ich mich über Rollatorgeher lustig machen? Ich bin selbst einer, habe mich heute geoutet. Ist mir nicht leicht gefallen, echt.

Ann

@(Schreibman) …

Schade, dass Du meine Frage nicht gleich beantwortet hast. So blieb halt Raum für Interpretationen.
Dass es Dir nicht leicht fiel, das zu schreiben, kann ich gut nachvollziehen.
Wenn ich Dich irgendwie verletzt haben sollte oder Dir zu nahe getreten sein, dann tut mir das sehr leid.

Mel

(Schreibman), du kannst es eh nicht verbergen, wenn du jemanden triffst. Es ist schwer, das offen zu schreiben, ich weiß. Gerade wenn viele rausstellen, wie jugendlich, wie sportlich, wie fit sie sind.
Ich bin gehbehindert, schreibs dauernd, sags jedem,
und was passiert ?
Manche reden mich immer noch blöd an, wenn ich sage, dass ich nicht wandern gehe,
manche fallen aus allen Wolken, wenn sie sehen, wie ich mich auf einer längeren Treppe abmühe.
Was solls 🙂

(Schreibman)

Es tut mir leid, dass man mich so missverstehen konnte. Und damit keiner (den vorigen Eintrag) nochmal alles durchlesen oder alles durchscrollen muss, um zu erfahren, was Sache ist, stelle ich in aller Deutlichkeit klar, dass ich zwei Rollatoren habe, einen für kürzere und einen für längere Strecken, und sowohl einen Spazierstock als auch eine Krücke, die ich je nach Situation benutze.

Cel

Ich habe echt Respekt vor Menschen die auch zu ihren nicht so fitten Lebens-Details so angreifbar und öffentlich stehen.
Angreifbar im Sinne der Ablehnung wegen der dies bedeutenden Einschränkungen.
Trotzdem tut es mir leid für Dich dich in doch noch recht jungen Jahren mit solchen Hilfsmitteln das Leben zu bewältigend, zu lesen.

Dan

also so sehr missverständlich fand ich deinen vorhergehenden Blog nicht. Lass dich doch nicht so aus der Bahn werfen….
Ich finde es gut, dass es diese Rollatoren gibt. Sie sind eine riesen Hilfe für viele, wie auch für dich.
Was nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun haben muss…auch jüngere Menschen trifft es diese Hilfe gebrauchen zu müssen.
Mache dich nicht selber kleiner als du bist.
Selbst Einkaufsbaggy’s auf Rädern sind heute > IN < und werden immer mehr von jungen Menschen genutzt.
Meinem jüngsten Sohn habe ich einen geschenkt, damit er seinen Rücken möglichst gar nicht erst schon so jung kaputt macht.
Als junge Mutti war der Kinderwagen meine beste Einkaufshilfe „nicht zu viel oder zu schwer schleppen“ zu müssen.
Freundschaften zu knüpfen sind ganz sicher nicht davon abhängig ob man einen Rollator nutzt oder nicht.
Das wäre ja fast so, als wenn man Freundschaften auch davon abhängig machen täte….ob jemand Brillenträger ist oder nicht.
Das Land solcher unsinnigen Eitelkeiten sollte man in unserem Alter meiner Meinung nach längst verlassen haben.
Was du zu den sogenannten Wünschen von Frauen zu Männern oder andersherum schreibst.
Ja davon gibt es so einige, waren auch genügend solcher Sätze und Wortlaute hier schon zu lesen.
Umgebe dich doch mit den Menschen die nicht so tikken, wie die von denen du hier schreibst.
Finde die anderen. Die gibt es auch.
Ärger macht krank….in erster Linie dich selbst.
Wie heißt es so schön “Klasse, statt Masse“ – lieber wenig gute Freunde, als viele falsche Freunde.
Wahre Freunde nehmen dich an wie du bist, weil du bist wie du bist…
Nur vorher musst du dich zuerst selbst so annehmen können.

Son

Während ich noch nach den richtigen Worten suchte, haben sie vor mir schon welche gefunden….
Letztendlichist hier keiner, ü50 bis u100, mehr, wie frisch aus dem Ei geschlüpft.
Menschen, denen nicht klar ist, dass sie ihre Mobilität und ihre Gesundheit jederzeit verlieren können, brauche ich in diesem Lebensabschnitt nicht mehr!

Cas

Eine respektable Reaktion, (Schreibman).
Verständlich geschrieben war es, aber auch verständlich, wenn es anders gedeutet wird. Ist wie mit Vexierbildern, die auf zweierlei Weise gesehen werden können. (-;
Dass Menschen mit Gehhilfen out sind, würde ich nicht sagen. Selbst für Sportler wie Golfer gibt es geländegängige, spezielle Ausführungen, in denen gleichzeitig die Schläger untergebracht werden. Alles was dienstbar rollt, ist ganz trendy und völlig normal, wie Dan schon schrieb. Und auch für Jüngere kein Problem, ob auf Reisen oder zum Einkaufen.
Was mir allerdings im Stadtbild auffällt, ist, dass mehr Frauen als Männer Rollatoren in Anspruch nehmen. Womöglich sehen Frauen das praktischer und gehen selbstverständlicher damit um, was eine reine Vermutung von mir ist. Gemeinhin wird ja eher Frauen als Männern Eitelkeit zugesprochen, aber wer weiß das schon so genau…

Ashoggi

ja, Cas, Deine Beobachtung ist vollkommen richtig.
Ich hatte einen guten Freund, der auf Grund von Makula-Degeneration erblindete. Er war nicht bereit, den Blindenstock einzusetzen, geschweige denn, wenigstens Versuche damit zu machen.

(Schreibman), im Moment bist Du enttäuscht aber lass Dich nicht runterziehen, versuche Deine Situation anzunehmen und darin stark zu sein. Ich könnte Dir von vielen Fällen hier berichten, nur würde Dir das wenig nutzen, deshalb alles Gute und schön, dass Du so offen damit umgehen kannst, Ich wünsche Dir alles Gute.
(war lange Jahre Mitglied im Behindertenbeirat)
sollte ganz klein geschrieben werden, aber das geht hier nicht.

Jac

es gibt auch insgesamt mehr ältere Frauen als Männer im Stadtbild
…….ist mir aufgefallen
😉

Haw

Nach dem Tod der Schwiegermutter meiner Tochter habe ich mir bei der Haushalts-Auflösung als Erstes deren fast neuen Rollator geschnappt, denn ich hatte eine Knie-OP vor mir.
Nun kann er ruhig noch ein paar Jahre im Keller stehen, ich hab vorgesorgt und finde ihn sehr praktisch.

Pto

Das sind alles liebe und nette Kommentare die die Damen hier geschrieben haben.
Die Frage ist doch die:
Würdet ihr mit einem gleichaltrigen Mann eine Beziehung eingehen, der auf einen Rollator angewiesen ist?

Chr

Auch ich hatte dich nach deinem ersten Blog im Verdacht, dass du zwar nicht auf Menschen mit Rollatoren generell herunter schaust, aber dich zu jenen „ewig jungen“ Herren eingestuft, die bei potentiellen Partnerinnen „sowas“ als „no go“ einstufen…
Es tut mir leid!
Jeder hat so seine Erfahrungswerte und ein Forenkasten ist immer nur ein ziemlich leblos kurzer Ausschnitt.
Deine Aufklärung bringt dir viel neuen Respekt entgegen, alles Gute dir!

Bab

@Pto

Antwort: ja klar…..!!!
Aber Beziehung ist bei mir nicht mehr angesagt, Freundschaft auf jeden Fall.
mfg
Dan

@Pto: mein jetzt von mir geschiedener Mann brauchte und gebrauchte auch eine Zeit lang einen Rollator (nach Hinterwandherzinfarkt, totalen Organversagen – Reanimation)
Da war er 45….den 46 Geburtstag bekam er auf Intensiv Station gar nicht mit.
Dafür, daß für ihn keine Überlebenschance mehr zu sehen war bzw. wenn – dann schwerste Hirnschäden….war der Rollator letztendlich das wirklich kleinste Übel.
Trotzdem meine Ehe lange keine Ehe mehr war, war ich täglich bei ihm und mit ihm und seinem Rollator unterwegs.
Der Grund, die Gründe der Trennung / Scheidung waren völlig andere.
Heute arbeitet er wieder und kann abgesehen davon, dass er den Rollator nicht mehr braucht…wieder völlig normal leben.
Selbstverständlich finden sich auch Paare mit solchen und anderen Einschränkungen.
Es müssen sich nur die “Richtigen“ finden.
Wer meint als Paar nur die Sonne genießen zu können und den Regen nicht auch haben zu wollen, wird nie das dauerhafte Paarleben erreichen und genießen können.
Diejenigen vergessen wahrscheinlich das Krankheiten und Einschränkungen immer im fortschreitenden Alter hereinbrechen können.
Wer sich der Sache nicht bewußt ist und diese Verantwortung nicht für seine zweite Hälfte mit tragen will, braucht selbiges auch nicht von anderen erwarten und wird wohl in genau solchen Situationen wo er auch jemanden braucht, alleine sein.
In meinem vorherigen Intensiv Pflegeheim, in dem ich arbeitete hat sich ein Pärchen im Rollstuhl gefunden.
Sie haben sich sichtlich gut getan und das gesamte Personal freute sich mit für die beiden.
Auf meiner jetzigen Arbeit hat auch eine blinde Frau mittleren Alters ihren Partner gefunden.
Beide sind zusammen in eine Wohnung gezogen.
Selbstverständlich gibt es Frauen und Männer, die eine neue Beziehung nicht von solchen Einschränkungen abhängig machen.
Wie sagte der Präsident in dem Film “Pearl Harbor“ in einer Szene am großen Besprechungstisch:
“Sagt mir nicht, daß es UNMÖGLICH ist…
und stand unter schwerster Anstrengung
aus seinem Rollstuhl auf.“
Alles (vieles) ist möglich, wenn man denn will, daran glaubt und selbst daran arbeitet.

Son

Meine ziemlich beste Freundin, ist innerhalb der letzten zwei Jahre, mit gerade mal 63 Lebensjahren, von einer aktiven,dynamischen und bewegungsfreudigen Frau, zu einem Mensch geworden, der auf fremde Hilfe und einen Rollator angewiesen ist.
Das und meine eigene schwere Krankheit vor vielen Jahren, hat mir vor Augen geführt, wie schnell alles anders sein kann. Aber auch, wie wichtig mir meine noch vorhandene Beweglichkeit ist.
Daher würde ich, auch wenn ich mir damit vielleicht jetzt Sympathien verscherze, die Frage von Pto mit „nein“ beantworten.
In einer bestehenden Partnerschaft würde ich in einer solchen Situation zum Partner stehen.
Eine neue Partnerschaft unter diesen Bedingungen einzugehen, könnte ich mir aktuell nicht vorstellen.
Für Freundschaften oder Bekanntschaften wäre das allerdings kein Ausschlusskriterium.

Der

Moin (Schreibman)!
Wenn Du dir die Profile der Damen anschaust, sind die Mädels egal welchen Alters topfit. Hier darfst Du keine Einschränkung in Deiner körperlichen Verfassung haben, sonst hast du schon verloren. Ich war Jahrelang (Mitglied) ohne meine Einschränkung im Profil zu schreiben. Vor ca. 1,5 Jahren hab ich dann einen Blog zu meiner Einschränkung geschrieben.
Auch in meinem Profil nahm ich dann meine Einschränkung auf. Bis zu diesem Zeitpunkt war auch reger Postverkehr hier u.a.auch mit Damen. Nach meinem Outing verflachte das Interesse merklich. Freundliche Anschreiben wurden zu fast 100% überhaupt nicht beantwortet, noch nicht einmal ein danke, deshalb hab ich (die Mitgliedschaft) auslaufen lassen.

Heute im Resto und bei Picasso

Heute mit Schwestern in Kembs (F)
Heute mit Schwestern Gritli (l.) und Uli (r.) im Elsass
uli
Im Restaurant „Le Petit Kembs“ gab’s eine Vorspeise nach Wahl
petit kembs
Und als Hauptgang nahmen wir alle das Fischgericht
Mit Lilli in Kembs
Dann ging’s weiter nach Riegel am Kaiserstuhl
Picasso-Ausstellung in Riegel
Picasso-Ausstellung auf Wunsch von Schwester Uli

A.

Seit einiger Zeit habe ich ausser meiner Ehefrau und verschiedenen alten Freunden, Nachbarn, Verwandten und Bekannten eine neue Freundin.

Sie wohnt in einer Stadt im Ruhrgebiet und alles, was ich von ihr weiss, ist, dass sie Literaturwissenschaft studiert hat und wohl eine Art Schulrätin ist. Sie ist verheiratet und 59 Jahre alt. Ich habe sie auf einer Chat-Seite kennengelernt. Ich glaube, sie hat da nicht sehr viele Chat-Partner, so minimalistisch wie sie kommuniziert.

In ihrem Profil hat sie klargestellt, dass sie keinen Partner sucht und dass sie auch mit der Herausgabe eines Fotos sehr zurückhaltend ist. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich Kontakt mit ihr aufgenommen habe. Aber ich habe es getan. Oder war sie es?

Und seither, das geht nun schon zwei oder drei Wochen so, schreiben wir uns täglich ein paar Zeilen. Mal wünschen wir uns einen guten Tag, mal eine gute Nacht, mal schreibt sie aus ihrem Büro und mal aus dem Weserbergland von einer Radtour mit ihrem Partner.

Ich weiß also weder, wie sie aussieht, noch, was sie genau will. Es ist mir aber auch irgendwie egal. Und sie weiss es vielleicht auch nicht?

Wir reden manchmal über das Wetter oder über unsere Tagesform, manchmal darüber, ob wir Tatort- oder Spiegel-Fans sind (wir sind es, wie viele andere auch) oder irgendwas. Irgendwas.

Wir stellen uns keine intimen oder indiskreten Fragen, geben uns mit Absicht nicht neugierig und suchen auch keine Diskussionsthemen, bei denen wir uns vielleicht mal richtig streiten könnten. Das suchen wir nicht.

Neulich hatte sie sich mal einen ganzen Tag nicht gemeldet und dann irgendeine Begründung dafür gegeben. Ich schrieb dann, das sei kein Problem. „Hauptsache, wir bleiben in Kontakt, denn sonst würde mir schon was fehlen.“ Darauf sie so: „Mir auch, denn ich schreibe gern mit Dir.“ Und das war für ihre Verhältnisse schon ein regelrechter und bisher auch einmaliger Gefühlsausbruch.

Es ist vielleicht einfach nur eine gewisse Kontinuität, die sich doch jeder Mensch irgendwie wünscht. Man muss gar nicht irgendetwas anderes, besonderes beabsichtigen oder anstreben.

Was sollte es denn sonst sein?