Allez les Écolos

Mein Sohn Bastian wurde gestern in den Stadtrat von Wavre gewählt.
Bastian
Auch Schwiegertochter Catherine kandidierte.
Catherine
Am gestrigen Sonntag, 14. Oktober, bei den Kommunalwahlen in Belgien.
Ecolo
Ich hoffe das Beste für uns alle und wünsche den Grünen auch weiterhin immer mehr Stimmen.
ecolos

Bw = Brabant Wallon

Von Anhängern und Anhängerinnen

Es wurde von mir hier ja früher schon mal angedeutet, dass ich mein Auto ganz gerne mag. Inzwischen hat es über 200.000 km auf dem Buckel, von denen ich nur die ersten 30.000 nicht selber gefahren bin. Gedanklich stelle ich mich daher schon seit einiger Zeit darauf ein, dass irgendwann ein neuer gebrauchter Wagen fällig wird, und zwar möglichst wieder die gleiche Marke.
PTCruisergold
Einen solchen habe ich heute im Internet gesehen. Er hat etwas über 100.000 gefahrene Kilometer. Ich habe schon andere mit über 250.000 gesehen. Aber ich bin gar nicht richtig entschlossen, mich schon jetzt und ohne Not von meiner noch bestens laufenden Limousine zu trennen. Ich hänge an ihr.

Und an noch etwas anderem hänge ich. Oder besser, es hängt an mir. Ich spreche von dem Pentagramm, das ich seit rund zehn Jahren täglich als Halskettenanhänger trage.

Ich wurde ja schon des Öfteren darauf angesprochen, zuletzt vor drei Wochen von einer jungen Dame in Hildesheim. Sie entblösste auch gleich einen Teil ihres Körpers, um mir ihr Fünfeck-Tattoo zu zeigen, und bezeichnete sich als Anhängerin weisser Magie.

Bei Bloggerkollege Trithemius stiess ich heute, nach einem kurzen Kommentarwechsel, auf seine Einträge über schwarze Magie, ein in den Schnee gepisstes Pentagramm und andere Endlosfiguren wie das Haus vom Nikolaus. Man muss immer unten links oder unten rechts beginnen. Sonst klappt’s nicht.
https://trittenheim.wordpress.com/2015/12/06/nikolais-39-haeuser/
pentagramm-schlagen
Ausserdem erfuhr ich von ihm, dass das Pentagramm nicht nur eine Endlosfigur ist, mit der man sich bekreuzigen kann, sondern dass sich auch der Universalgelehrte Agrippa von Nettesheim zur Erklärung des Menschlichen Körpers auf das Pentagramm bezog, das den vitruvianischen Menschen von Leonardo da Vinci charakterisiert.
Der vitruvianische Mensch von Leonardo da Vinci
Und jetzt mal eben den Lautsprecher voll aufdrehen. Here comes „Barcelona“, von Freddie Mercury und Montserrat Caballé.

Zehn kleine Negerlein

1. Wenn Du auf Netflix eine Serie siehst, die zehn Folgen hat, wobei in der ersten Episode ein Mord geschieht und auch schon der Täter gefunden wird, denkst Du: „Wie soll das noch weitergehen? Was soll in den übrigen neun Folgen noch passieren?“

2. Zehn kleine Negerlein hiess die deutsche Ausgabe des Krimis Ten little Indians von Agatha Christie. Heute heisst sie Und dann gabs keines mehr. In meiner Filmserie gibt’s nur einen Schwarzen. Der ermordet wird. Und viele Belgier. Skurrile, normale und sonstige.

3. Wenn in der dritten Folge des Films der wahre Mörder dann endlich gefunden scheint, kannst Du Dir doch wieder die Frage stellen, was in den restlichen sieben Episoden wohl noch so passieren könnte.
La-Treve
4. In La Trêve / The Break gibt es einen Mord, der mehrmals aufgeklärt scheint, wonach dann erneut eine unerwartete Wendung eintritt.

5. Der Film spielt in dem fiktiven Ort Heiderfeld in den Ardennen. Er ist eine Produktion des belgischen Fernsehens RTBF (Radio Télévision Belge Francophone). Die deutsche Version ist sehr gut synchronisiert.

6. Der Mörder ist noch immer nicht gefunden. Ich dachte plötzlich daran, dass ich den Film ja auch in der französischen Version anschauen könnte. Ich wechselte also den Audiokanal und vergass, die deutschen Untertitel auszuschalten. So konnte ich ständig feststellen, dass auch diese sehr gut sind. Zum Beispiel wird n’importe quoi ganz richtig und einfach mit Schwachsinn übersetzt. Damit hatte ich damals als Übersetzer manchmal Probleme.

7. Der Name des Handlungsorts Heiderfeld, tief im Ardennenwald, klingt zwar deutsch und ist fiktiv. Im Lauf des Films werden jedoch gelegentlich auch reale Orte wie Lüttich (Liège), Sprimont, Verviers, Jambes und das Flüsschen Semois erwähnt. Bürgermeisterin ist Frau Fischer (Madame Fischäähr).

8. In der achten Folge neue überraschende Wendung. Schätzungsweise die zwölfte oder fünfzehnte. Wenn Du diese Folge siehst, kannst Du praktisch nicht mehr einfach aussteigen und ins Bett gehen. Die Spannung ist so stark angestiegen, dass Du die letzten drei Folgen unbedingt noch in dieser Nacht sehen willst.

9. Wenn ich eine Rezension eines Buchs oder eines Films lese, in der nicht steht, dass es zahlreiche überraschende Wendungen gibt, entsteht bei mir erst gar kein Interesse. Jeder Text oder Film muss ständig unerwartete Wendungen haben, sonst schaffe ich es kaum, die Rezension überhaupt richtig zu Ende zu lesen. Auch wenn sie zu viele Angaben zur Handlung enthält, mindert dies mein Bedürfnis, das Buch zu lesen oder den Film zu sehen, ganz erheblich, wenn nicht gar komm! plett!
LaTreveF
10. So kurz vor Schluss kann man es einfach nicht glauben, dass in der zehnten Folge noch irgendetwas passieren könnte. Aber es bleibt spannend bis! zu! letzt! Ich bin die ganze Folge über sprachlos und fassungslos. Mehr darf hier nicht verraten werden.

Mühen der Faulheit & Wonnen der Arbeit

Videokonferenz mit Schwestern

Wenn man alle Lasten wegnimmt, wird alles Last.

Dieser Satz geht mir durch den Kopf, seit ich ihn – sinngemäss – in dem Podcast von Martin Seel gehört habe.

So hat er sich mir eingeprägt, so habe ich ihn verstanden. Ich weiss genau, was ich mir darunter vorstellen kann.

Tugenden&Laster

Es geht darum, dass man kein anhaltendes Glücklichsein erzielen kann, da das Leben aus einem Auf und Ab bestehen muss. Nur wenn man Eiseskälte im Schnee gespürt hat, weiss man die anschliessende wohlige Wärme im Wohnzimmer richtig zu schätzen.

Würde dauernd die gleiche Temperatur herrschen, die weder zu kalt noch zu warm ist, hat man keine Möglichkeit mehr, solche Glücksmomente zu erfahren.

Auf den vergangenen Sommer bezogen könnte man sagen, dass sechs Monate schönes Wetter irgendwann ihre Schönheit verlieren. Es fehlt der Kontrast, wenn es kein schlechtes Wetter mehr gibt. Das ganze, eigentlich „schöne“ Wetter wird nur noch als Last empfunden.

Auf Arbeit und Freizeit bezogen kann man sagen, dass Freizeit nur vor und nach der Arbeit wirklich genossen werden kann. Fallen die Arbeit oder erfüllende Tätigkeit weg, gilt wieder der Satz, dass alles Freizeit und somit Last ist, Muße so zur Last werden kann.

seel

Vortrag des Frankfurter Philosophen Martin Seel zu „Wonnen der Arbeit und Mühen der Faulheit – Über die Transformation von Tugenden in Laster und Laster in Tugenden“. Zu seinem interessanten „Hörsaal“-Vortrag über Arbeit und Muße geht’s hier.

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/arbeit-mehr-als-nur-geld-verdienen

Fortschritt

Seit einigen Wochen arbeite ich jetzt bei Google. Mein Büro befindet sich nicht weit von meiner Wohnung, im neuen e-Distrikt am Rand von Müllheim. Mein Aufgabenbereich ist die Konfiguration, Koordination und Kontrolle (KoKoKo) unserer Google Map Guides.

So nennen wir die Menschen, die innerhalb unseres fest abgesteckten geographischen Territoriums Bewertungen von Restaurants, Hotels und verschiedensten touristischen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten posten. Dabei fallen Unmengen von Rezensionen, Fotos und Kommentaren an, die gesichtet, geordnet und auf verschiedenste Arten ver- und bearbeitet werden müssen.

Ich stehe auch mit den Teilnehmern auf beiden Seiten in ständiger Verbindung, d.h. ich muss oft zwischen Bewertern und Bewerteten vermitteln. Ich kümmere mich ausserdem um Systeme der Katalogisierung, Belohnung und Motivation unserer Guides und freien Mitarbeiter.

Auf der Seite der Bewerteten übernehme ich u.a. die psychologische Betreuung von Personen und Einrichtungen, die oft niederschmetternde Bewertungen erhalten. Sensible Personen können dabei durch allzu harte Kritik bis zum Selbstmord getrieben werden, so dass es auch zu meinen Aufgaben gehört, dies durch einfühlsame Betreuung und Einwirkung auf beide Seiten zu verhindern.

Meine Tätigkeit im grossen Räderwerk von Google ist nur ein ganz kleiner Teil eines grossen und ständig wachsenden Systems der Datenerfassung und Menschenbetreuung. Mein Büronachbar zum Beispiel befasst sich mit verschiedenen anderen Dienstleistern im Verkehrsbereich, der nächste Nachbar im übernächsten Büro kontrolliert und vergrössert die Datendateien mit Bezug auf wichtige öffentliche und private Serviceunternehmen.

Dank des Unternehmens, in dem zu arbeiten ich die Ehre habe, herrscht hier Vollbeschäftigung. Während die Polizeidienststelle in den letzten fünf Jahren um drei Personen vergrössert wurde, hat meine Google-Zentrale Breisgau im gleichen Zeitraum über 500 neue Mitarbeiter eingestellt, darunter auch mich, als Oberbreisgauleiter. Und das Wachstum hält weiter an.

Die Datenmengen werden immer grösser und Google muss ständig neue Bürogebäude bauen, um der Entwicklung folgen zu können.

Da die meisten Arbeitnehmer es ablehnen, ihren Wohnort zu wechseln, um einen neuen Job zu beginnen, müssen wir unseren Bedarf an Mitarbeitern mit Menschen aus der nächsten Umgebung abdecken.

Es bleibt uns daher auch nichts anderes übrig, als Arbeitnehmer mit sehr hohen Löhnen anzulocken und aus verschiedenen anderen Bereichen abzuwerben, in denen sie relativ wenig verdienen. Dazu gehört z.B. Pflegepersonal und Personal aus verschiedenen Dienstleistungssektoren wie Einzelhandel, Erziehung, Verwaltung und Reinigung.

Ausser den neuen Bürogebäuden errichtet Google hier und überall auch ständig neue Wohnblocks für die hauseigenen Beschäftigten.

Ich kann jedenfalls sagen, dass das fantastische Unternehmen, in dem ich arbeiten darf, ständig wächst und eine glänzende Zukunft vor sich hat.

Heisser Dienstag

Gestern waren wir in der Buddenbrooks- und Marzipan-Stadt Lübeck

https://wp.me/p9tiah-bN

und heute zum Eisessen am Timmendorfer Strand.


Fischbrötchen und Meer

Nell wollte schon lange mal ans „deutsche Meer“

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Gruss aus Hildesheim

Gestern fuhren wir über Elsass, Pfalz, Frankfurt, Vogelsberg, Spessart, Rhön, Harz und Kassel bis kurz vor Hannover. Heute noch 200 km bis Scharbeutz / Timmendorfer Strand an der Ostsee.