Rechts ist frei

Muss man eigentlich auf alles eine Antwort geben? Auch wenn überhaupt nichts gefragt wurde? Also automatisch einen Spruch raushauen, der sich anbietet und der einem als erstes einfällt?

Die einen sagen so und die anderen so.

Ich nicht. Ich halte lieber mal die Klappe, wenn mir grade nichts einfällt. Also was das Reden betrifft. Beim Schreiben ist das schon wieder ganz anders. Da dauert es mindestens ein paar Zehntelsekunden länger als wenn man es ausspricht.

Das kann man so oder so sehen.

Man kann ja so ins Mikro sprechen, dass es direkt geschrieben auf dem Bildschirm erscheint. Wenn man diktiert, kann man dabei über Formulierungen nachdenken. Wenn man einfach drauflos spricht wie einem der

Dings gewachsen ist, siehst Du, das ist schon wieder so eine automatische Redensart, die völlig überflüssig und unsinnig ist. Klar, reden kann man ja sowieso nur mit dem Dings. Und Schnabel ist auch noch falsch, den haben nur Tiere.

Bla bla bla

Ich hatte mal einen Schwiegervater, da konnte sich dann folgende Szene abspielen, wenn seine Frau auf dem Beifahrersitz sass.

Sie: „Rechts ist frei.“
Er, genervt: „Links aber nicht!“

Sie war dann sauer. Mit Recht. Sie war ja nur für rechts zuständig gewesen und hatte das Richtige getan und gesagt. Recht, rechts und richtig. Oh Mann!

Deutsche Sprach schwere Sprach.

1 Oldtimer, 2 Leute und 3 Brücken

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In Wien waren wir ja den ganzen Tag mit Strassenbahnen und zu Fuss unterwegs. Mein Schrittzähler hatte mich mit Konfetti beworfen und mir eine Krone für den absoluten Rekord verliehen. Gestern Abend verliessen wir Budapest wieder auf dem Wasserweg und im Dunkeln. Unter beleuchteten Brücken und an einem strahlenden Parlament vorbei.
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In Bratislava, der Hauptstadt der 🇸🇰 Slowakei
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machten wir eine Stadtrundfahrt mit einem ältlichen Bus
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und ich fotografierte eine grüne, eine weisse und eine UFO-Brücke.
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Angeblich ist ganz oben ein Restaurant mit Aussicht bis nach Ungarn (links) und Österreich (rechts).

Wo Kuli und „Hallo“ erfunden wurden

Also Budapescht fand ich ja echt scheisse. Einfach morbide, wenn man grad aus dem lebhaften Wien kommt.
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Alles grau und schmutzig, verrostet und vergammelt. Abgesehen von all den Prachtbauten, die man aus deutschen TV-Werbespots kennt und wo man sich die Zähne machen lassen kann.
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Also ich weiss nicht, meine Zahnärztin im Schwarzwald ist eigentlich ganz okay. Naja, dachte ich, dann knipse ich halt einfach ein paar Brücken. Also keine Zahn-, sondern Donaubrücken.

Zum Beispiel die Freiheitsbrücke, gleich nach dem „Walfisch“-Gebäude.

Oder diese andere Brücke, vor der ich mich selber dann doch auch mal wieder gerne abgelichtet haben wollte.

Das Schild sagt ja eigentlich alles.

Wir kamen dann auch noch in eine Art Park, in dem ich mich dank Nähe zur Polizei

etwas sicherer vor den Leuten fühlte, die einen anbetteln, dass man ihnen Stadtpläne oder selbstgehäkelte Topflappen abkaufen soll. Die per Kreditkarte gezogenen 2.000 HUF (hungarische Forint)

reichten dann gerade für je 2 Kugeln Eis für Nell und mich. Wir bekamen sogar noch 800 wieder raus.

Vielleicht kauf mir doch noch einen Stadtplan.

Gruss

aus Passau. Hier sind wir an Bord der Dnjepr / DNIPRO

gegangen und fahren unter ukrainischer Flagge in Richtung Wien, Bratislava und Budapest.

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Brücken waren schon immer mein Ding. Und zwar nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn. Grenzen und Flüsse sowie deren Überquerungen faszinieren mich immer.

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Heute habe ich zwei ganz kleine Brücklein fotografiert. Sie befinden sich nur etwa 25 km von meiner Wohnung entfernt. Wer weiss, wo?

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Sie sind natürlich nicht zu vergleichen mit dem Viadukt von Millau über den Tarn, den ich auch schon einmal fotografiert habe. Und zwar 2009 und von unten.

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Das Problem von Brücken ist ja, dass man sie nur aus der Entfernung sieht und nicht wenn man sich auf ihnen befindet. Jedenfalls ist das meistens so.

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Wenn man sich auf einer Brücke befindet, will man entweder schnell wieder runter oder man schwört sich Liebe und Treue.

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Thuis is overal

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Zwischen Waterloo und Overijse, mitten in Belgien, verläuft die römisch-germanische Kulturgrenze. Der Garten des Hauses in La Hulpe (Terhulpen), in dem ich jahrelang gewohnt und gearbeitet habe, ging bis zur Eisenbahnlinie Brüssel-Luxemburg. Diese bildet dort auch die flämisch-französische Sprachgrenze. Wenn ich vorne französisch zur Haustür rausging, war ich nach hundert Metern in Flandern.

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Verstanden und gesprochen werden auf beiden Seiten dieser unsichtbaren Linie durch den Speckgürtel von Brüssel nicht nur die Amtssprache der Wallonie (Français) und die flämische Version des Hochniederländischen (Standaardnederlands).

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Man ist hier ziemlich europäisch und somit gerne auch mehrsprachig. Obwohl, manche wollen das garnicht sein und beharren darauf, dass in ihrer Gemeinde nur eine einzige Sprache gesprochen wird, und das ist nicht die französische.

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Sprache als Zuhause und auch als ausdrückliche Ausgrenzung. Fremdsprechende nicht willkommen. Auch wenn nur aus dem Nachbarort. Französisch unerwünscht. Dann lieber noch Deutsch, das ist sprachlich näher verwandt.

Es geht aber auch anders.

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Metablog

Wenn ich jetzt sagen oder schreiben würde Heute mal was Allgemeines übers Bloggen, dann hätte das sofort einen Anstrich einer wie auch immer gearteten Kontinuität. Als wäre der Text von heute eine Fortsetzung von gestern. Oder als ginge es um eine Reihe von Texten, die sinnhaftig in irgendeinem inhaltlichen oder zeitlichen Zusammenhang stehen.

Da man letztlich nur über sich selbst und seine eigenen Fantasien, Erfahrungen und Kenntnisse schreiben kann, sind Blogs eine ideale Mischform verschiedener Arten von Literatur, Monolog und Dialog. Sie können auch akustische Elemente, zum Beispiel durch Verwendung von Videoclips oder Podcasts, enthalten. Aufgrund der Möglichkeiten von Kommentarfunktionen sind auch Online-Tagebücher nicht monologisch.

Als junger begeisterter Leser kam es mir nie in den Sinn, Tagebücher oder Biografien zu lesen. Warum sollte ich mich dafür interessieren, was bestimmte Menschen aus ihrem Leben machten? Ich war auf der Suche nach allem Möglichen, aber nie nach Vorbildern, denen ich nachstreben könnte. Ich wollte weder eine Anne Frank noch ein Napoleon werden, das war schon immer klar.

Anne Frank

Heute erstreckt sich meine Ablehnung von Personenkult auch auf Talkshows und längere „Interviews zur Person“, in denen einer die Fragen stellt und der andere der „Held“ ist. Mich interessieren mehr die Ideen und Geschichten wie sie in philosophischen und belletristischen Werken vertreten und erzählt werden, keine lange Schilderung einer kurzen Karriere.

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Beim Bloggen hat man jede stilistische Freiheit. Man kann sich so richtig austoben. Ich hoffe, Du bist jetzt nicht gerade dabei, diesen Text einfach so zu überfliegen. Und als Leser hat man eine ständig aktualisierte und riesige Auswahl an spannender und informativer Lektüre, mit Einträgen und Beiträgen aus allen Genres und zu allen Themen.

Bloggen und WhatsAppen – that’s it.

Vorösterlicher Besuch

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Warum in die Ferne schweifen? Nur 30 km entfernt von uns wartete seit 10 Jahren das Münstertal auf uns. Heute waren wir dann endlich mal bei den Schwestern vom Heiligen Josef.
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Wikipedia-Link: Benediktinerinnen-Klosterkirche St. Trudpert

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Foto: Von Taxiarchos228 – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51751656

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Allen Leserinnen und Lesern ein schönes Osterwochenende!