Heute schon geschweppt?

Heute bin ich echt ins Schwitzen gekommen. Die Aussentemperatur war 36°C und ich hatte einen Riesendurst. Bin ich nach Frankreich zum Supermarkt Hyper U in Sierentz gefahren und hab 4 Liter Schweppes Agrum‘ in 2 × 6 Dosen gekauft. In der deutschen Version Fruity Citrus schmeckt das wie Fanta, also bisschen fad.

500Schweppesagrum

Auf der Heimfahrt schwitzte ich im Auto und das Schwitzen ging auch weiter, als ich den schweren Korb, in dem sich auch noch eine französische Melone und anderes befand, vom Auto bis zum Hauseingang trug.

Da lief mir doch gerade der energiegeladene grosse Sohn der netten alten Dame (96) über den Weg, die in der Wohnung unter mir im Parterre (frz. rez-de-chaussée) wohnt und von ihrem Sohn regelmässig besucht wird.

Ich sagte: „Kannst Du mir eventuell den Korb eben hochtragen? Bei der Hitze soll man ja viel trinken, aber das Transportieren von Getränken führt dann erst mal zu noch mehr Schwitzen.“

Er sprang eben die beiden Treppen mit meinem schweren Korb nach oben, worauf ich mich herzlich bedankte. „Hast was gut bei mir!“ Er meinte, das sei doch nicht der Rede wert.

Den ersten Liter habe ich inzwischen schon getrunken.

Prost!

Dieser Text wurde mit der Dragon App ins Handy diktiert. Dabei wird das Diktierte direkt in geschriebenen Text verwandelt, den man dann nur noch korrekturlesen muss.

Meine Komfortzone

In den zehn Jahren, die ich jetzt hier wohne, im Markgräflerland, am Oberrhein zwischen Freiburg und Basel, hat sich ein gewisses Komfortgefühl entwickelt, eine Art Komfortzone, in der ich mich auch ein bisschen zu Hause und vertraut fühlen kann. Und zwar dies ist das Dreiländereck Deutschland / Schweiz / Frankreich.

Ich fahre gerne durch diese Landschaft und drehe auch des öfteren eine Einkaufsrunde, die mich dann in relativ kurzer Zeit durch alle drei Länder führt. An jeder dieser Grenzen freue ich mich aufs Neue, wenn ich einfach so drüber fahren kann, auch wenn mal eine Polizei- oder Zollkontrolle stattfindet. Ich liebe Grenzen.

Dreiländertour

Wenn ich los fahre, fahre ich in Schlingen auf die B3 und dann über Binzen nach Weil am Rhein und dann geht es schon ab nach Riehen in der Schweiz.

Riehen ist der erste Ort nach der schweizerischen Grenze, der noch zu Basel gehört, aber nicht so grossstädtisch ist, sodass ich da immer noch einen Parkplatz finde, wenn ich in der Migros einkaufen gehe. Die Migros ist ein Supermarkt, in dem es alles gibt, ausser Alkohol und Zigaretten, aber das brauche ich auch nicht.

Dann fahre ich entweder wieder direkt zurück oder gerne auch über Frankreich. Also wieder über die Grenze und dann am Flughafen Basel / Mulhouse vorbei, der genau an der Grenze, aber auf französischem Gebiet liegt. Dann fahre ich weiter nach Sierentz, wo es einen großen französischen Supermarkt, den Hyper U gibt, zu dem ich auch sehr gerne fahre. Da gibt es leckere Spezialitäten des Landes.

Schweiz Getränke Lassi Mango Bio Eistee Alpenkräuter

Die gibt es in der Schweiz auch, aber dort ist eben alles ein bisschen teurer, dafür ist in Frankreich alles ein bisschen besser, was das Essen betrifft. Dann fahre ich durch die elsässische Landschaft wieder zurück bis zum Grenzübergang Chalampé / Neuenburg, und dann bin ich auch wieder daheim in Neuenburg-Steinenstadt. Das ganze macht mir eigentlich immer wieder Spaß.

Die Woche in Bildern

Lilli Sonntagnachmittag im Steakhouse Neuenburg am Sonntagnachmittag
Vorigen Sonntag waren wir zum Mittagessen im Neuenburger Steakhaus.
Panier Gourmand in Oderen
Dienstag war ich in Ventron in den Vogesen. Dieses Foto machte ich auf der Durchfahrt in Oderen.
Jules van der Ley, Buchkultur im Abendrot
Das Buch des Bloggerkollegen vom Teestübchen Trithemius ist erschienen.
Überlingen, Warten auf das Schiff zur Insel Mainau
Das war gestern am Bodensee. In Überlingen warteten wir auf das Schiff zur Insel Mainau.
Martin Walser
Ein Zitat aus Martin Walsers neuestem Werk begleitet mich nun schon seit einiger Zeit. Und zwar irgendwie erfolgreich, wie ich finde.

Bleib in der Zeile, die Du schreibst. Kündige den Zusammenhang.

Elektrische Rheinfahrt

Heute nachmittag haben wir mit unseren E-Fahrzeugen eine Tour am Altrhein gemacht.
Cet après-midi on a fait un tour éléctrique le long du Vieux Rhin.

E-Scooter
E-Bike
Lilli

Schöne Geschichte, Sohnemann

Um es mal mit eigenen Worten zu sagen, was in Belgien durch die Presse ging.

Bastian wohnt mit seiner Familie in Wavre-Profondsart, knapp 15 km südlich von Brüssel. Ganz knapp. Denn wie er mittels Google Maps ermittelte, waren es von Bahnhof zu Bahnhof genau 14,6 km.

Das hatte die belgische Bahngesellschaft übersehen. Sie gibt für alle Bruxelles-Pendler innerhalb eines Radius‘ von 15 km eine Ermässigungskarte („Key Card“) aus. Und hatte Profondsart einfach nicht mit einberechnet.

Bastian Petter
Bastian Petter

Mein Sohn ist bei den Grünen („Écolo“) und veranlasste die Bahn mit Eingaben und Infokampagnen dazu, auch das Örtchen Profondsart in diesen Tarif einzubeziehen.

Und so wissen nun alle Nachbarn, Einwohner und Pendler von Profondsart, wem sie es zu verdanken haben, dass sie den vergünstigten Pendlertarif geniessen.

Profondsart

Zwei Fotos

Drei Kinder
Meine Kinder Candy, Bastian und Salomé an Christi Himmelfahrt in Belgien
Hélécine
Oma und Opa mit Enkelinnen Lison und Mila, vorgestern in der Provinzdomäne Hélécine, fotografiert von Bastian

Worte am Sonntag

Soeben eine schöne Stelle in Martin Walsers Buch „Statt etwas oder Der letzte Rank“ gelesen. Kurz überlegt, ob ich sie abschreiben oder scannen und posten möchte.

Dann erst mal weiter gelesen, ohne die Stelle zu markieren. Nochmal überlegt. Weitergelesen und umgeblättert. Dachte „Die Stelle ist auf der vorigen Seite, Anfang von Kapitel 40, das kann ich mir leicht merken.“ Dann doch aufgestanden und mich an den Schreibtisch gesetzt, um sie abzuschreiben.

Scannen wäre einfach zu grob gewesen.

Ich musste einmal hinfahren zu der Stelle, an der von der Haupstraße ein Sträßchen, ein Nebenweg, hinauf zum Waldrand führt. Ich konnte mir das nicht mehr vorstellen, nicht genau: Also fuhr ich hin, bog selber in den Weg ab und fuhr hinauf bis zum Waldrand, hielt, stieg aus und genoss es, jetzt zu wissen, was ich hatte wieder wissen wollen. Diese Stelle war einmal in meinem Leben wichtig geworden. Darum das Bedürfnis, die Stelle noch einmal zu sehen, genauer zu sehen. Jetzt war ich ausgesöhnt. Nichts mehr in mir konnte immer wieder sagen: Fahr doch mal hin.

Gruss aus Tirol

Montag sind wir über Zürich, St. Gallen und Bregenz nach Österreich gefahren. Der Arlbergtunnel war gesperrt, so dass wir übern Arlbergpass fahren mussten, wo Schnee lag und es auch noch bissle schneite. Fast hätte ich Schneeketten aufziehen müssen, auf meine Sommerreifen. Aber nur fast.

Über St. Anton gings dann über die Inntalautobahn und durch zahlreiche Tunnel bis nach Innsbruck und von dort zum 900 Meter hoch gelegenen Achensee. Auf diesem machen wir gerade eine zweistündige Rundfahrt, während ich dieses schreibe, in Gesellschaft einer Busladung von Ossi-Rentnern. Naja, Rentner bin ich ja auch schon fast. Aber nur fast.

Mittwoch  soll das Wetter ja besser werden. Ist es inzwischen auch geworden. Und zwar eindeutig.

Fotos: http://www.flickr.com/photos/schreibman/

Freuden

Da ich ja jetzt das Rentenalter erreicht habe, denke ich schon seit einiger Zeit öfter drüber nach, was ich noch anstreben will und worauf ich mich freuen könnte.

Im Moment warte ich auf den genauen Rentenbescheid. Wenn ich ihn dann gekriegt haben werde, werde ich kurz eine bessere oder schlechtere Stimmung haben, je nachdem, ob er höher oder niedriger ausfällt als erwartet. Was meine zwanzig Jahre Arbeit in Belgien betrifft, habe ich nämlich überhaupt noch keine diesbezüglichen Informationen.

Freuen kann ich mich auf unseren Kurzurlaub in Tirol, ein Wochenende in der Familie meiner Frau und eins in meiner Familie, alles noch in diesem Monat. Und ich habe einen neuen Schreibtischstuhl, auf den ich mich seit einigen Tagen gefreut habe. Er ist gestern angekommen und noch nicht zusammengebaut.

Ich freue mich auch auf ein neues gebrauchtes Auto, das ich mir vielleicht noch in diesem Jahr kaufe, je nachdem wie lange der Chrysler mir noch treu bleibt mit seinen 162.000 Kilometern.

Was solche Vorfreude betrifft, weiss ich seit einiger Zeit definitiv, dass sie die schönste Freude ist. Sie hält auf jeden Fall länger an als die, die man im Moment der Inanspruchnahme des erreichten Reiseziels oder des grünen Sessels empfindet.

Man setzt sich rein, sagt sich, dass man gut drin sitzt und dass er gut aussieht, und dann beginnen wieder tausend Tage.

Wobei auch das nicht mehr so selbstverständlich ist wie früher mal.

Ohne Titel

Freier innerer Monolog

Als ich heute nachmittag am Steuer meines Wagens sass, hatte ich plötzlich den Gedanken, einem der letzten Geheimnisse der menschlichen sprachlichen Kommunikation auf die Spur zu kommen. Ich erhoffte und wünschte es mir jedenfalls, während ich so über die Landstrasse fuhr.

Ich hatte vom Experiment einer Online-Tagebuchschreiberin gelesen, die ihre Selbstgespräche auf einen Tonträger sprechen wollte oder es sogar schon getan, sie aber noch nicht transkribiert hat. Es muss sich dabei also um Gedanken handeln, die einem so durch den Kopf gehen, die man aber nicht auszusprechen wagt.

Kann man solche Gedanken, die ja keinen Monolog innerhalb eines literarischen Werks darstellen noch einer anderen Person gegenüber ausgesprochen werden sollen, überhaupt authentisch, unverfälscht und direkt formulieren, ohne dass sie in einem Sinnzusammenhang mit irgendeiner zwischenmenschlichen Kommunikation stehen, sondern erst Ausgangspunkt für eine solche werden könnten, wenn sie durch Veröffentlichung zugänglich gemacht werden?

Ich denke ja manchmal so Sätze oder Satzteile vor mich hin, in denen Wörter wie „verdammte Scheisse“ oder politisch unkorrekte Begriffe vorkommen, die ich in keinem Gespräch verwenden würde. Ich kann auch innerlich laut „super!“ rufen, wenn ich an etwas Schönes denke oder mich einfach freue.

Ich weiss nicht, ob ich das jetzt richtig zusammen kriege, was ich sagen will. Wahrscheinlich nicht. Und wenn ja, dann versteht es wieder keiner. Man hält mich vielleicht für verrückt oder genial, und was nützt das?

„Übersetzer ist ein einsamer Beruf“, schrieb neulich einer in einem Thread, wo es um meinen früheren Beruf ging und ich mich dran beteiligt hatte. Da wurde mir plötzlich wieder ganz bewusst, dass ich zwanzig Jahre lang einen einsamen Beruf ausgeübt hatte. Der ist nämlich noch einsamer als der des Schriftstellers, dessen Werke seinen Namen tragen und der etwas darstellt.

Ich dagegen habe gelernt, einsam zu denken und Sätze niederzuschreiben. Ob das wirklich möglich ist, Selbstgespräche originalgetreu aufzuschreiben? Mist es gelingt mir nicht. Ich könnte ja wenigstens mal üben. Aber das geht sicher nicht, jedenfalls nicht so wie ich mir das vorstelle.

Obwohl, ich habe ja jetzt schon mal einen Anfang gemacht. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Ich glaube, hier gibt es noch einiges zu erforschen. Die Art von Text, die ich mir vorstelle, nenne ich jetzt mal „Freier innerer Monolog“. Scheisse. Ich bin sicher, dass es mir nicht gelungen ist, zu erklären, was ich meine.

Egal, ich mache weiter.