Eloise und andere Frauen


Das war ein ganz guter Tag heute. Um 11 Uhr hatte ich Termin in Wolfach bei meiner Zahnärztin. Die professionelle Zahnreinigung machte ihre Assistentin, mit der ich anschliessend noch ein nettes Gespräch hatte.

Ich kenne Wolfach ja seit meiner Kindheit und sie wohnt in Sichtweite des grossen Jugendstilhauses, in dem meine Oma und mein Onkel mit seiner Familie wohnten. Leider wurde es vor ein paar Jahren abgerissen und an dieser Stelle ist jetzt ein Parkplatz der Firma Sachtleben, deren Direktor mein Onkel damals war.

Wir sprachen über Orte, die wir beide kennen. Also die Fabrik, die beiden Bauernhöfe von Schmittebauer und Schmittechristel, die Bahnstrecke, auf der ich als Kind noch Dampfloks vorbeifahren sah, und den grossen Garten meiner Tante, der ebenfalls plattgemacht und zu einem Parkplatz umfunktioniert wurde.

Auf dem Rückweg kaufte ich dann noch einen neuen Einkaufskorb beim Welzel in Hausach und im Elztal Erdbeeren und Kirschen an einem Stand am Strassenrand.

Korb Welzel

Zu Hause angekommen las ich den neuesten Eintrag meiner Frau in „Nells Tagebuch“. Wir plauderten ein bisschen und assen dabei Kirschen. Dann machte ich uns auch gleich die Erdbeermilch, die sie immer ganz gerne mag und die jedesmal bissle anders schmeckt. Mal ist sie etwas zu süss und mal nicht süss genug. Naja, ich muss halt üben, üben, üben!

Sie legte sich dann ein bisschen zum Vorschlafen hin und ich fuhr noch kurz nach Frankreich rüber, um ein paar Sachen im französischen Supermarkt zu besorgen.

Wir tranken zusammen den üblichen Tee, bevor sie um 21.30 Uhr zur Nachtschicht aufbrach.

Es war ja praktisch noch hell und ich hatte keine Lust, den Allein-zu-Hause-Abend schon zu beginnen. So fuhr ich eine kleine Tour durch die anbrechende Nacht, durch Neuenburg, Müllheim und Heitersheim auf der B3.

Im Auto hörte ich Radio Dreyeckland. Auf einmal spielten sie „Eloise“ von Barry Ryan! Da hab ich dann voll aufgedreht!

Asterix-Übersetzer Millionär

Asterix et la Transitalique

Am ersten Verkaufstag des neuen Asterix hatte ich um 15.00 Uhr einen Termin in Bad Krozingen und am Abend Stammtisch wie an jedem dritten Freitag des Monats, diesmal im „Bären“ in Auggen.

Wir sind da rund 20 Zugereiste aus nördlicheren Gefilden wie Hamburg, Köln, Bamberg und so weiter, und zwar männlich und weiblich gemischt, Singles und Paare. Ich bin übrigens der Jüngste.

Nach dem sehr netten Gespräch im „Café Mohrenköpfle“ fuhr ich um 16.30 Uhr erst mal über Breisach nach Frankreich, um mir die französische Originalausgabe zu kaufen. Im Supermarkt in Fessenheim kostete das Album 9,45 €.

Asterix Kassenzettel

Ich fuhr dann über die einsame Landstrasse zum Grenzübergang von Chalampé nach Neuenburg am Rhein. Auf dieser zur Meditation geeigneten Strecke verfiel ich in tiefes Nachdenken darüber, warum wohl der Preis für die deutsche Ausgabe mit 12,00 € um 2,55 € höher liegt als der für die französische.

Die Übersetzung! Der Übersetzer! Das war der Grund. Schliesslich musste für die übersetzte Ausgabe ein zusätzlicher Dienstleister eingeschaltet werden.

Klaus Jöken hat schätzungsweise zwei Tage gebraucht, um das ganze ins Deutsche zu übertragen. Das wären also 16 Arbeitsstunden. Multipliziert man eine geschätzte Auflage von 200.000 Exemplaren mit den genannten 2,55 €, erhält man einen Betrag von 510.000 €.

Dividiert man dies durch 16 Stunden, kommen wir auf einen Stundentarif von 31.875 €. Hochgerechnet auf eine 40-Stunden-Woche ergibt das 1.275.000 €, macht einen Monatslohn von 4 x 1.275.000 = 5.100.000 € (in Worten: cinq millions) für den „traducteur“.

Tja, Übersetzer sollte man werden. Da kann man ganz schön Kohle machen. „Gagner du pognon (faire du fric)“, wie der Franzose sagen würde.

Asterix