Mühen der Faulheit & Wonnen der Arbeit

Videokonferenz mit Schwestern

Wenn man alle Lasten wegnimmt, wird alles Last.

Dieser Satz geht mir durch den Kopf, seit ich ihn – sinngemäss – in dem Podcast von Martin Seel gehört habe.

So hat er sich mir eingeprägt, so habe ich ihn verstanden. Ich weiss genau, was ich mir darunter vorstellen kann.

Tugenden&Laster

Es geht darum, dass man kein anhaltendes Glücklichsein erzielen kann, da das Leben aus einem Auf und Ab bestehen muss. Nur wenn man Eiseskälte im Schnee gespürt hat, weiss man die anschliessende wohlige Wärme im Wohnzimmer richtig zu schätzen.

Würde dauernd die gleiche Temperatur herrschen, die weder zu kalt noch zu warm ist, hat man keine Möglichkeit mehr, solche Glücksmomente zu erfahren.

Auf den vergangenen Sommer bezogen könnte man sagen, dass sechs Monate schönes Wetter irgendwann ihre Schönheit verlieren. Es fehlt der Kontrast, wenn es kein schlechtes Wetter mehr gibt. Das ganze, eigentlich „schöne“ Wetter wird nur noch als Last empfunden.

Auf Arbeit und Freizeit bezogen kann man sagen, dass Freizeit nur vor und nach der Arbeit wirklich genossen werden kann. Fallen die Arbeit oder erfüllende Tätigkeit weg, gilt wieder der Satz, dass alles Freizeit und somit Last ist, Muße so zur Last werden kann.

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Vortrag des Frankfurter Philosophen Martin Seel zu „Wonnen der Arbeit und Mühen der Faulheit – Über die Transformation von Tugenden in Laster und Laster in Tugenden“. Zu seinem interessanten „Hörsaal“-Vortrag über Arbeit und Muße geht’s hier.

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/arbeit-mehr-als-nur-geld-verdienen

Fortschritt

Seit einigen Wochen arbeite ich jetzt bei Google. Mein Büro befindet sich nicht weit von meiner Wohnung, im neuen e-Distrikt am Rand von Müllheim. Mein Aufgabenbereich ist die Konfiguration, Koordination und Kontrolle (KoKoKo) unserer Google Map Guides.

So nennen wir die Menschen, die innerhalb unseres fest abgesteckten geographischen Territoriums Bewertungen von Restaurants, Hotels und verschiedensten touristischen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten posten. Dabei fallen Unmengen von Rezensionen, Fotos und Kommentaren an, die gesichtet, geordnet und auf verschiedenste Arten ver- und bearbeitet werden müssen.

Ich stehe auch mit den Teilnehmern auf beiden Seiten in ständiger Verbindung, d.h. ich muss oft zwischen Bewertern und Bewerteten vermitteln. Ich kümmere mich ausserdem um Systeme der Katalogisierung, Belohnung und Motivation unserer Guides und freien Mitarbeiter.

Auf der Seite der Bewerteten übernehme ich u.a. die psychologische Betreuung von Personen und Einrichtungen, die oft niederschmetternde Bewertungen erhalten. Sensible Personen können dabei durch allzu harte Kritik bis zum Selbstmord getrieben werden, so dass es auch zu meinen Aufgaben gehört, dies durch einfühlsame Betreuung und Einwirkung auf beide Seiten zu verhindern.

Meine Tätigkeit im grossen Räderwerk von Google ist nur ein ganz kleiner Teil eines grossen und ständig wachsenden Systems der Datenerfassung und Menschenbetreuung. Mein Büronachbar zum Beispiel befasst sich mit verschiedenen anderen Dienstleistern im Verkehrsbereich, der nächste Nachbar im übernächsten Büro kontrolliert und vergrössert die Datendateien mit Bezug auf wichtige öffentliche und private Serviceunternehmen.

Dank des Unternehmens, in dem zu arbeiten ich die Ehre habe, herrscht hier Vollbeschäftigung. Während die Polizeidienststelle in den letzten fünf Jahren um drei Personen vergrössert wurde, hat meine Google-Zentrale Breisgau im gleichen Zeitraum über 500 neue Mitarbeiter eingestellt, darunter auch mich, als Oberbreisgauleiter. Und das Wachstum hält weiter an.

Die Datenmengen werden immer grösser und Google muss ständig neue Bürogebäude bauen, um der Entwicklung folgen zu können.

Da die meisten Arbeitnehmer es ablehnen, ihren Wohnort zu wechseln, um einen neuen Job zu beginnen, müssen wir unseren Bedarf an Mitarbeitern mit Menschen aus der nächsten Umgebung abdecken.

Es bleibt uns daher auch nichts anderes übrig, als Arbeitnehmer mit sehr hohen Löhnen anzulocken und aus verschiedenen anderen Bereichen abzuwerben, in denen sie relativ wenig verdienen. Dazu gehört z.B. Pflegepersonal und Personal aus verschiedenen Dienstleistungssektoren wie Einzelhandel, Erziehung, Verwaltung und Reinigung.

Ausser den neuen Bürogebäuden errichtet Google hier und überall auch ständig neue Wohnblocks für die hauseigenen Beschäftigten.

Ich kann jedenfalls sagen, dass das fantastische Unternehmen, in dem ich arbeiten darf, ständig wächst und eine glänzende Zukunft vor sich hat.

Heisser Dienstag

Gestern waren wir in der Buddenbrooks- und Marzipan-Stadt Lübeck

https://wp.me/p9tiah-bN

und heute zum Eisessen am Timmendorfer Strand.


Fischbrötchen und Meer

Nell wollte schon lange mal ans „deutsche Meer“

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Gefällt mir auch.

Gruss aus Hildesheim

Gestern fuhren wir über Elsass, Pfalz, Frankfurt, Vogelsberg, Spessart, Rhön, Harz und Kassel bis kurz vor Hannover. Heute noch 200 km bis Scharbeutz / Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Kurkuma

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Kurkuma ist ja zur Zeit in Mode. Nachdem es vorher hauptsächlich als Bestandteil von Currygewürz bekannt war, gibt es den ingwerähnlichen Stoff jetzt vermehrt in Pillenform. Er habe positive Wirkungen auf das Gehirn. Okay, man weiss ja nie.

Als Info habe ich irgendwo gelesen, in Indien gäbe es keine Multiple Sklerose. Dann las ich an anderer Stelle, in Indien sei auch Alzheimer unbekannt. Sowas müsste sich doch belegen lassen, oder?

Oder sind diese Infos einfach nur falsch?

So lautete die Frage, die ich zunächst mir selber und dann den Leuten von „wer-weiss-was“ stellte.

Obwohl Aprilfisch

https://www.wer-weiss-was.de/users/aprilfisch/activity

zur Zeit im Urlaub ist, bekam ich mehrere interessante Antworten.

https://www.wer-weiss-was.de/t/sind-infos-uber-kurkuma-korrekt/9439306

Sogar eine ziemlich seriöse positive. Gemäss einer Studie aus Cambridge wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kurkuma gegen Alzheimer vorbeugen kann.

Curcumin derived from turmeric is well documented for its anti-carcinogenic, antioxidant and anti-inflammatory properties. Recent studies show that curcumin also possesses neuroprotective and cognitive-enhancing properties that may help delay or prevent neurodegenerative diseases, including Alzheimer’s disease (AD). (…)

https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/examining-the-potential-clinical-value-of-curcumin-in-the-prevention-and-diagnosis-of-alzheimers-disease/A2DB953BAA57C30E080D030AF0C225D9/core-reader

Erst mal zu Penny

Penny

Als ich im Auto sass und als Gelegenheitsbeifahrer ein paar Minuten Wartezeit vor mir hatte, zog ich das Handy aus der Hosentasche und tat das übliche. Mal kucken, ob jemand eine Mail oder WhatsApp oder einen Kommentar geschrieben hat.

Es gab nicht viel Aktuelles in meiner kleinen Welt und so steckte ich das Handy wieder weg.

Dann ging mir Folgendes durch den Sinn. Man hüpft und springt von einem Gedanken oder Thema zum anderen, verweilt irgendwo eventuell kurz, wie in einem Supermarkt der Anregungen, Meinungen und Ideen.

In den Zeiten vor dem Smartphone beschäftigte man sich immer etwas länger mit jedem einzelnen Thema. Kein Kaffee to go der Gefühle, keine Theorien aus der 5 Minuten Terrine.

Ob dadurch tiefergehende Gedanken erzeugt wurden, kann ich im Nachhinein schwer beurteilen.

Die Auswahl war jedenfalls nie so gross.

Im Auto auf dem Parkplatz diktiert.

LilliPenny

Ohren verschaukelt

„Windelweich“ fand neulich eine Kommentatorin im Deutschlandfunk die Antwort einer Person aus dem öffentlichen Leben zu einer Frage von öffentlichem Interesse. Meinte sie „beschissen“ oder doch nur „wachsweich“?

Vielleicht sollte ich nicht immer so pingelig sein. Es lieber machen wie einige andere unbekannte Spontansprecher. Einfach raushauen, den Spruch.

„Mir kann keiner ein X vorm U vormachen.“
„Da wird einem doch nur eine heile Welt vorgeschaukelt.“

„Bei mir gehen 50 Prozent zum einen Ohr rein und 50 zum andern wieder raus.“

Mehr in meinem Schatzkästlein.
https://schreibmanblog.wordpress.com/2017/02/25/lustigeschnitzer/

Samstag mit Schwester

Vorgestern waren wir zuerst im „Bootssteg“ in Weil am Rhein, dann auf Rhein-Rundfahrt in Breisach und schliesslich noch auf unserem Hausberg, dem Hochblauen.

breisach
uliinbreisach
haafenrundfahrtbreisach
breisachhafenrundfahrt
hochblauen
lilliaufmhochblauen