Was Anje sagt

Sie ist eine Bloggerin auf einer Insel, deren Einträgen ich seit Längerem folge. Ich bin inzwischen schon ein richtiger Fan von ihr geworden.

Letzte Nacht schrieb sie zuerst über ihren vergangenen Tag und erwähnte dann einen Film, den sie abends im TV gesehen hatte. Und was dann folgte, hat mich so begeistert, dass ich es unbedingt ausführlich zitieren möchte.

Heute Abend habe ich im Fernsehen dann einen Film in der ARD gesehen, Monsieur Claude und seine Töchter, und war ganz fasziniert von der Leichtigkeit, mit der dieser Film die Absurdität des verallgemeinernden Integrationsanspruchs aufgezeigt hat.
Mittlerweile macht mich diese immer wieder wiederholte Forderung nach Integration bzw. die umgekehrte Beschwerde, über existenten Rassismus=Ausgrenzung von anderen nur noch böse.

Wenn ich mir diese Mengen an #metwo Beiträgen ansehe, möchte ich nur noch auswandern. Dorthin, wo es keine Menschen gibt, wo deshalb niemand sich darüber beklagen kann, dass er ausgegrenzt wird.

Denn nur wer ganz alleine lebt ist wirklich frei und muss sich keine Sorgen machen, dass er von irgendjemandem angefeindet wird, weil er anders ist.

Mich macht das deshalb so böse, weil ich mein Leben lang schon immer anders war und weil ich oft genug ausgegrenzt wurde und regelmäßig das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören, aber weil ich natürlich ein weißes Mädchen bin, nennt sich das nicht Rassismus der anderen, sondern ich habe Probleme, mich sozial anzupassen. Merkste selber, nich?

Hätte ich irgendwie einen ausländischen Hintergrund, könnte ich vollständig problemlos permanent die große #metwo Integrationskeule schwingen, habe ich aber nicht und deswegen bin ich selber schuld. Beziehungsweise ich jammere vor allem deshalb nicht, weil ich ja auch denke, es ist mein Problem.

Und weil ich denke, dass man einfach damit leben muss, dass man nicht überall sofort mit offenen Armen aufgenommen wird, wenn man neu in eine Gruppe kommt. Das ist einfach ein ganz normales menschliches Verhalten.

Der Film, den ich heute Abend gesehen habe, der hat mir deshalb so gut gefallen, weil er so deutlich machte, dass jeder Mensch „rassistische“ Grundveranlagungen hat, denn jeder hat ja ein Menschenbild, das von ihm und seiner eigenen Person als „positivem Normalzustand“ ausgeht.

Außerdem ist niemand pauschal daran interessiert, Fremde in seine eigene Gruppe zu lassen. Vor allem keine Fremden, die sich aufdrängen, die anstrengend sind oder gar Besserwisser. Das war jetzt kein Thema des Films, aber das halte ich für eine ganz normale Erkenntnis über den menschlichen Charakter.

Denn im Grunde sind doch die allermeisten Menschen zunächst mal an ihrem eigenen Wohlergehen interessiert, und in meinem minikleinen subjektiven Mikrokosmos habe ich bisher ja sehr gut gelebt, jetzt kommt ein Fremder von außen – na, ist doch klar, dass der eine potentielle Gefahr darstellt, weil er mir etwas wegnehmen könnte. Freunde, Bequemlichkeit, Ansehen, was man halt so braucht, um zufrieden durchs Leben zu kommen.

Als Kind konnte ich nicht in den katholischen Kindergarten gehen, da ich evangelisch war, die wollten keine Ketzer, heute hieße das Rassismus und würde mit bösen #Hashtags angeprangert.

Auf Borkum dagegen bin ich weitestgehend akzeptiert, weil meine Vorfahren von der Insel stammen. Dort mag man allerdings erst recht keine Fremden, und schon Leute, die aus Emden kommen, sind ja keine echten Insulaner, und werden deshalb ausgegrenzt.

Das ist dort schon immer so gewesen, und ist auch heute noch so, ich habe schon immer ein bisschen darüber gegrinst, wenn man zB über Familie XY redete und dann hieß es: Ja, aber die Erna, die ist ja nicht von hier, die kommt irgendwo vom Festland. Zu dem Zeitpunkt war Erna dann 85 Jahre alt, mit 20 Jahren auf die Insel gekommen und hatte dort geheiratet. Würde Erna einen Twitteraccount haben, könnte sie sich schrecklich darüber beschweren, dass sie auch nach 65 Jahren noch nicht dazugehört. Oder gilt das nicht?

Darf man zwar Deutsche vom Festland problemlos ausgrenzen, aber ausländische Flüchtlinge müssen zwingend integriert werden, weil sich das so gehört?

Und ja kein falsches Wort sagen, sonst hat schon wieder eine arme, unschuldige Seele ein Trauma fürs Leben, weshalb ja dieser #metwo-Hashtag so wichtig ist, weil man endlich mal drüber reden kann?

Und was ist mit all den anderen Leuten, die nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft oder ihres Geschlechtes oder ihrer sexuellen Vorlieben oder ihrer Behinderung (ich glaube, jetzt habe ich die meisten, die sich bisher mit Hashtag beschwert haben, oder?) ausgegrenzt werden?

Was ist mit den Rothaarigen oder den Krussellockigen oder den zu Dicken oder zu Dünnen oder denen, die nicht hübsch genug sind oder seltsame Eltern hatten oder einfach nur zu wenig Geld haben? Es gibt ganz bestimmt 82,5 Millionen Gründe Menschen in Deutschland auszugrenzen – nämlich für jeden Bewohner mindestens einen und natürlich ist das nicht nett und für den jeweils Betroffenen mal gleich gar nicht, aber wenn die öffentliche Beschwerderitis in diesem Tempo weitergeht, dann muss man sich nicht wundern, wenn sich ganz normale 08/15 Durchschnittsmenschen intellektuelle Alternativen suchen. Denn grade diejenigen, die andere ausgrenzen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit selber auch ausgegrenzt, von nix kommt nix.

Der Film im Ersten hat mir heute so gut gefallen, weil er so deutlich zeigte, dass natürlich auch all die Gruppen von Menschen, die man klischeemäßig besonders gut ausgrenzen kann, ihrerseits wiederum die Masse der „anderen“ Bevölkerung ausgrenzt.

Und ich frage mich dann immer, warum darf man das nicht? Was ist so schrecklich verkehrt daran, manche Menschen einfach nicht zu mögen und zu sagen: nein, mit dir möchte ich einfach nichts zu tun haben.

Je mehr wir mangelnde Integration vor allem auf der sprachlichen Ebene anprangern, umso mehr wird sie wahrscheinlich schon aus Trotz ausgelebt, ich merke es ja bei mir selber.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Kind mal ganz alleine in Wald gegangen bin, um dort ungehemmt und vor allem ungestört und unverboten stundenlang alle umstehenden Bäume auf das sprachlich gröbste zu beleidigen. „ScheißeScheißeScheiße“ – dreimal ganz schnell und ganz laut gebrüllt – tolles Gefühl.

Und neulich habe ich mich dabei ertappt, wie ich dachte, ich könnte doch mal wieder „Neger“ sagen, besser noch „NegerNegerNeger“ – einfach nur so, weil es verboten ist.

https://anjesagt.blogger.de/stories/2695321/

Breisach – Schock Schock Schock

Seit Monaten bin ich auf dem Weg zur Rheinbrücke nach Frankreich immer wieder an ihnen vorbeigefahren. An den Schildern „Umleitung“ und „Baustelle Stadtzentrum“ und an Breisach selber.

Heute wollte ich mal genauer wissen, was da los ist. Wie kann eine so schöne und tourismusabhängige Stadt am Rhein so lange ihre potentiellen Besucher von sich fernhalten und umleiten, ohne Schaden zu nehmen?

http://www.badische-zeitung.de/breisacher-geschaeftsleute-bangen-wegen-grossbaustelle-um-ihre-existenz

Ich fuhr zum Café Ihringer am Marktplatz und bestellte mir erst mal einen Zwetschgendatschi mit Sahne, um mich dann ein bisschen mit der Bediendame zu unterhalten.

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Datschi mit Baustellenblick


– Ich bin noch ganz geschockt, das ist ja eine Riesen-Grossbaustelle hier.
– Ach, sagen Sie bloss nichts. Das dauert jetzt schon seit vorigem Jahr und soll auch erst Ende nächsten Jahres fertig sein.
– Ja, was soll das denn werden? Auto- und fussgängerfreie Zone?

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Marktplatz im Stadtzentrum jetzt schon auto- und fussgängerfrei

– Naja nicht ganz autofrei, ein paar Parkplätze wird es sicher immer noch geben, für den Bürgermeister und so weiter.
– Da bleibt einem ja der Zwetschgendatschi im Hals stecken. Ist das wahr?
– Da drüben das Café Bechtel war jetzt zwei Monate lang geschlossen, mitten in der Saison.

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Nach Wiedereröffnung nur noch 1 Jahr Baustelle vorm Haus

http://www.badische-zeitung.de/neugestaltung-der-breisacher-innenstadt-kommt-gut-voran

– Da werden sicher noch andere Geschäfte Umsatzeinbussen oder Pleite machen, wenn die Leute nicht mehr mit dem Auto in die Stadt können.
– Das kann schon sein, dass noch einige auf der Strecke bleiben.

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Stopp Stopp Stopp

Als ich Hans Imhoff damals in seiner Wohnung in Frankfurt und dann 1977 noch einmal an seinem Stand auf der Buchmesse besuchte, hatte er nur wenig Zeit für mich. Das war aber ganz okay so. Er hatte schliesslich noch einiges zu schreiben. Inzwischen ist er 79 Jahre alt und hat mehr als 70 Bücher veröffentlicht.

HansImhoff

Seine Höhepunkte, was öffentliche Aufmerksamkeit betrifft, hatte er, als ich ihn kennenlernte, schon hinter sich. Er hatte eine Vorlesung von Mitscherlich gesprengt und das Podium von Habermas okkupiert, bis dieser den Hörsaal verliess. Und er hatte die Uraufführung von Peter Handkes „Kaspar“ im Frankfurter „Theater am Turm“ unterbrochen, war auf die Bühne gestiegen, um zu verkünden, er gebe jetzt eine Pressekonferenz. Der Spiegel berichtete.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46050055.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46050057.html

Er stellte unter anderem die Theorie auf, dass es das Kriterium eines modernen Stückes sei, ob es ohne Einbusse an Qualität jede Unterbrechung überstehen und anschliessend fortgesetzt werden könne. Es konnte. Von dem Stück spricht heute zwar niemand mehr und von Hans Imhoff, der sich ganz zum Schreiben und Philosophieren zurückgezogen hat, erfährt die Öffentlichkeit kaum noch was. Seine spektakulären Aktionen haben halt mehr hergemacht.

Lars Eidinger

Quelle: Von Siebbi – Lars Eidinger, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31469376

Wenn Lars Eidinger nicht so ganz anders wäre als Imhoff, würde ich ihn als dessen Nachfolger und Realisator betrachten, allerdings nur was den Teilaspekt der Unterbrechungstheorie anbelangt.

Er benutzt die Bühne ja nicht als Zuschauer, um sie zu entern – weil er als Schauspieler eh schon draufsteht. Er kann jedoch das Stück, in dem er gerade selber mitspielt, anhalten und sich an einzelne Zuhörer im Publikum wenden. Um sie gegebenenfalls auch hinauszubitten. Wenn sie sich zum Beispiel so offensichtlich langweilen, dass sie das Gähnen nicht unterdrücken können.

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SZ Magazin 22/2012 vom 01.06.2012

Diese Art, das Publikum direkt und ohne Regieanweisung anzusprechen oder regelrecht zu beschimpfen – was nichts mit Handkes „Publikumsbeschimpfung“ zu tun hat – kennen wir sonst nur von Kabarettisten wie zum Beispiel Matthias Egersdörfer, auf den ich durch den geschätzten Kollegen Trithemius aufmerksam wurde.

https://trittenheim.wordpress.com/2018/08/09/forschungsreise-zu-den-franken-7-grau-fahren/

Dieser ist dabei so echt grob, dass den Zuschauern das Lachen im Gesicht erstirbt und man förmlich sieht, wie sie zu sich selber sagen „Bleib ganz gelassen, das ist ja nur Kabarett, da müssen wir jetzt durch.“

Aber man muss auch mal Stopp sagen können. Wenn man der Meinung ist, dass etwas in die falsche Richtung läuft. Als Goebbels damals im Berliner Sportpalast die Leute fragte, ob sie eventuell ganz gerne den totalen Krieg mögen täten, hätten die Leute – statt im Chor „JA“ zu brüllen – einfach mal die Klappe halten sollen. Solche Entscheidungen muss man doch erst mal überschlafen.

Natürlich weiss man nie im Voraus, wie alles weitergeht. Bei manchen weiss man es wiederum sehr wohl, zum Beispiel wenn zum Krieg aufgerufen wird. Und bei anderen weiss man es überhaupt nicht. Eine Denkpause sollte daher in jedem Fall und immer gestattet sein.

So viel für heute. Was diese Zeilen hier betrifft, wissen wir noch nicht, ob sie den letzten Eintrag einer 2003 begonnenen Serie bilden oder den ersten einer neuen Serie. In letzterem Fall sind sie ein Übergangseintrag und Pausenfüller. Was danach kommt, weiss keiner.

Vielleicht kommt es ja nur noch zu einem weiteren Pausenverlängerungseintrag. Wer weiss.

https://www.google.de/search?q=hans+imhoff+schriftsteller&safe=off&source=lnms&sa=X&ved=0ahUKEwjf5fSf1N_cAhXD-KQKHbb4BsoQ_AUICSgA&biw=1366&bih=631&dpr=1

https://bazonbrock.de/werke/detail/?id=3102§id=2721

Sommerpause

Dass ich da gestern zwei Leserinnen, zwei Frauen, miteinander verwechselt habe, ist mir sowas von oberpeinlich, dass ich am liebsten im Boden versinken möchte. Bis Gras über die Sache gewachsen ist.

Und weil im Moment, bei der Hitze, eh nicht viel wächst und das Gras noch bissle warten muss, bis es wieder grün wird, mache ich bei dieser Gelegenheit einfach mal Pause. Sommerpause. Bis mir wieder was einfällt.

Die beiden vorigen Einträge waren ja schon fast stumm. Paar Fotos, okay. Aber kaum Text. Könnte ein Anzeichen dafür sein, dass mir entweder wegen der Hitze nichts Gescheites einfällt oder dass mir auch ohne Hitze nichts eingefallen wäre, weil schon alles gesagt ist oder weil ich schon zu altersweise bin, um mich noch richtig über was aufzuregen.

Über manche Leute, Politiker, Wichtigtuer, Lügner, Leuteverrücktmacher oder über wirkliche Probleme wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit und so weiter. Ich mag mich nicht mehr tiefer reinhängen in solche Problematiken, weil die Leute, die mich lesen, mich nicht dazu brauchen, sie aufzuklären oder zu irgendwas zu überzeugen.

Obwohl ich gerne abgebe und ganz gut teilen kann. Wenn man drei Geschwister hat, weiss man von Kind an, dass man nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Dass man aufpassen muss, was man sagt. Denn man sitzt mit seinen schärfsten Kritikern an einem Tisch. Und die nehmen kein Blatt vor den Mund. Und erlauben keinem Egoismus.

Summertime

Schwiegertochter

Schwiegertochter neulich in Stavelot

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Mit Tanja und Schwägerin Ingi am Rhein bei Basel

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Schwestern grüssten gestern aus Köln

Lilli

Lillis Durst auf der Rodelbahn

Bewässerung im Elsass

Bewässerung im Elsass

Mocktail

Schreibmans Mocktail

Katastrophe in Basel

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Heute Nachmittag war ich auf dem Weg in Richtung Palmrainbrücke. Sie verbindet Weil am Rhein mit Huningue / Hüningen in Frankreich und ist seit heute, nach tagelanger Sperrung wegen Erneuerung des Fahrbahnbelags, wieder geöffnet.

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Schon aus 20 km Entfernung sah ich vor mir eine Rauchsäule in den Himmel steigen, die mich fast magnetisch anzog. Sie befand sich genau in meiner Fahrtrichtung, so dass ich auf sie zufuhr und ihr immer näher kam.

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Ich überlegte, wie nah ich noch ranfahren sollte; der Laden konnte ja jeden Moment explodieren.

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Wie ich später erfuhr, war es ganz richtig, umzukehren. Die Bevölkerung war schon aufgerufen worden, Türen und Fenster wegen Giftalarm zu schliessen.

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https://www.blick.ch/news/schweiz/basel/riesige-rauchsaeule-ueber-basel-laut-rettungskraefte-brennt-eine-eisenbahnschwelle-id8664734.html

http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/Schwarze-Rauchsaeule-in-Basel-11563081

https://www.lematin.ch/suisse/epaisse-fumee-ville-ble/story/19077131

 

Merci, Marie!

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Weil ich ja schon seit Jahren bei keinem Arzt mehr gewesen war, hatte ich natürlich Bammel, was mich bezüglich Blutbild erwarten würde.

Wie gross war also meine Freude, als mein neuer Arzt für Allgemeinmedizin meinte, meine Leberwerte seien ganz hervorragend. Und auch alle anderen Werte tief im grünen Bereich. Genau das sagte er.

Vor 16 Jahren hatte man ausser Lungenentzündung und anderem auch eine beginnende Leberzirrhose diagnostiziert. Die Familie bekam das als „Endstadium“ mitgeteilt und war schon angereist gekommen, um mich noch einmal zu sehen.

Nach vier Wochen wurde ich dann entlassen und habe seitdem natürlich keinen Tropfen mehr getrunken. Vielleicht sei es überhaupt eine Fehldiagnose gewesen, meinte mein Doc. Wie dem auch sei, ich bleibe abstinent.

Von Seiten der Neurologin hatte man mir gesagt, wenn irgend etwas dringend sei, würde man mich morgen – also gestern – anrufen. Wenn kein Anruf erfolge, solle ich zu einem neuen Termin im Oktober wiederkommen. Es erfolgte kein Anruf.

Laut meinem Doc wird die Dame ihm und mir einen Befund schicken und dann kann man sehen, was zur Verbesserung der Mobilität getan werden kann. Angeblich gibt es inzwischen auch Medikamente gegen Polyneuropathie, beziehungweise für gewisse Verbesserungen. Mit 66 Jahren sei ich noch zu jung für einen Rollator, meinte mein Doc.

Vielleicht kommt ja wieder ein bisschen Schwung und Bewegung in mein gemütliches Leben. Danke.

Nachtrag zum grünen Wochenende

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Das war vielleicht nicht ganz deutlich rausgekommen. Die Überschrift des vorigen Eintrags hätte eigentlich „Grünes Wochenende“ lauten sollen, wonach ich dann auf die im Gegensatz dazu „graue“ Woche zu sprechen kommen wollte.

Grau deswegen, weil sie auch heute noch, in der Mitte, einen Graubereich für mich damit darstellt. Montag und Dienstag hatte ich bei zwei mir bis dahin unbekannten Ärzten Checkup beziehungsweise Erstkontakt und in der zweiten Wochenhälfte werde ich Ergebnisse erhalten. Die graue Woche ist also noch nicht vorbei, im Gegensatz zum grünen Wochenende.

Hier noch ein Foto mit meiner Ex, das Candy mit ihrem Handy gemacht und mir per WhatsApp geschickt hatte. Auch Nell findet es sehr schön. Das freut mich. Ich bin halt doch ziemlich harmoniebedürftig.

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Graue Woche

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Das Familientreffen im Grünen, mit meinen Grünen-Kindern in Stavelot in den belgischen Ardennen, war richtig schön. Wir waren zwar nur zu acht, aber das machte ja nichts. War es halt nur ein kleineres Treffen, das nächste wird dann vielleicht wieder ein grösseres.

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Man konnte je nach Belieben spazierengehen, schwimmen, picknicken oder einfach nur ein bisschen abhängen.

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Sonntag gings dann für mich wieder 450 km heimwärts, weil ich am nächsten Morgen einen Termin für ein Checkup hatte. Ich hätte auch Nell nicht gerne länger allein gelassen, obwohl das ja jeder immer mal wieder braucht. Termin war bei einem – für mich – neuen Arzt für Allgemeinmedizin, weil der vorige, bei dem ich allerdings auch schon jahrelang nicht mehr gewesen war, seine Praxis inzwischen geschlossen hatte.

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Und heute hatte ich gleich noch mal Blutabnahme und ersten Kontakt bei einer Neurologin, die mir ebenfalls neu ist. Das ganze beschäftigt mich ziemlich stark. Ich male mir alles mögliche aus, was ich haben könnte und was man mit mir anstellen wird. Typisch Hypochonder halt. Aber auch Hypochondrie ist ja schon eine Krankheit für sich.

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Eins ist jedenfalls sicher. Wenn ich irgendwas Schlimmes habe, sag ich nix.