Jenseits des Rollators – Eine Dokumentation

Nachstehend Blogeintrag von (Schreibman) in einem Seniorenforum, gefolgt von zahlreichen Kommentaren

Neulich habe ich mich mal bei so einem Seniorenforum angemeldet. Bin ja jetzt 65 und wollte dort Kontakte mit Menschen meiner Altersgruppe knüpfen.

Ich suchte wohlgemerkt freundschaftliche Kontakte, keine neue Partnerin. Das spezifizierte ich auch in meinem Profil und kreuzte bei Suchanfragen immer ‚Freundschaft‘ statt ‚Partnersuche‘ an.

Männer ab meinem Alter suchen ja aus der Sicht der Frauen gerne a) eine jüngere Geliebte für den Bedarfsfall oder b) prophylaktisch eine Krankenschwester für den Pflegefall oder c) beides in einer Person.

Die Frauen dagegen suchen auch in vorgerücktem Alter gerne noch einen neuen treuen Fest-Partner mit Intelligenz und Humor und der Fähigkeit Pferde zu stehlen. Bis dass der Tod sie scheidet.

Mit verheirateten Männern wollen sie nie mehr etwas zu tun haben, die sollen sich woanders austoben. Bei jüngeren, siehe oben.

Wenn sie dann doch mal – wie ich – einer 70jährigen die Freundschaft anbieten wollen, klingt die ablehnende Antwort sinngemäss: „Junger Mann, ich wünsche Ihnen viel Glück bei der weiteren Suche.“ Siehe oben.

Und während ganz Deutschland barrierefrei wird und Menschen mit Rollator immer mehr zum Strassenbild gehören, sind solche Gehfahrzeuge zumindest in der Seniorentruppe, in die ich da geraten bin, noch ziemlich tabu. Mir ist jedenfalls noch keiner begegnet.

Der Rollator ist die Grenze, ab der man einfach out ist. Mit Gehhilfe geht nichts mehr.

Kommentare

Ann

Benutzt Du denn einen Rollator?

Chr

Na, dann besuche mich mal…
…du darfst auch meinen Rollator benutzen! :-)))
Viele dieser Altersgruppe benutzen einen Rollator, sie geben es nur in Internetforen nicht zu!

Aga

Na dann pass mal auf, dass du nich zufällig auf einer Bananenschale ausrutschst, könnte böse mit zwei Unterarmgehhilfen für dich enden.
Für @alle hier, die einen Rollator benutzen, lasst euch durch den User nicht verunsichern!!

Fue

Am liebsten a b und c hinzu kommt noch der Wunsch, dass sie schlank und hübsch sein muss und sich in einer Küche ebensogut bewegen kann wie im Schlafzimmer. Ja, ja…..
Also, ich nehme sowohl heute wie auch mit 70 mit Handkuss einen Jüngeren, der nicht mit mir zusammenleben will.

Dor

… die Erfindung des Rollators ist ja wirklich ein Segen !!
Meine alten Leutchen in unserem Altersheim, die transportieren da oft auch noch fast ihren ganzen Reichtum in dem integrierten Körbchen – rührt mich oft zu Tränen !
Und auch Krücken sind doch keine Schande !
diether, schöner Schmarrn was du uns da heute präsentierst als Blog – finde ich zumindest !!

Dor

@Ann: ER doch nicht , ER meint doch ER sei IN – nicht „out“ ! Pfffffffffffff …
Na hoffentlich rutscht er nicht mal aus oder stolpert saublöd …

Mel

ach (Schreibman), weißt du, dein „erzähle ich dir später“ beim Familienstand „verunsichert“ sicher so manche Frau.

Schreib doch rein, was los ist oder lass es ganz weg.

Ann

@Dor

Ich hatte meine Frage ernst gemeint, weil ich es nicht wirklich verstanden hatte.
Danke für Dein „ausdeutschen“.
Ich selbst werde vermutlich auch nicht drum rum kommen um so einen Rollator. Bisher steht mir allerdings meine Eitelkeit noch im Weg.
Was die Partnersuche anbelangt, so denke ich schon, dass ein „Rollator“ und alles was so dran hängt, der Suche nicht förderlich ist.
Mia is des aba wurscht, weil i suach koan :-))

Chr

Mein Gefühl sagt mir, dass der (Schreibman) mit diesem Blogtext testen, hinterfragen will, wer hier noch jugendtauglich und rollatorlos durchgeht…
Sozusagen als eigene Vorsortierhilfe*, damit er nicht versehentlich zu völlig unnützen Dates fahren muß! :-)))
(* neue Wortkreation für den Duden *g*)

Ann
@Chr

Ausschlussverfahren :-))

Reg

Ich habe @Schreibman so verstanden, dass ER einen benutzt.
Soviel zum Verständnis von Texten. 🙂

Dor

Vor zwei Jahren bekam ich eine künstliche Hüfte und … war für mich auch ein Schock – 2 Krücken ☻ mit denen ich am dritten Tag schon die 3 Etagen des KKH’s erklomm ☺ und heute … heute führe ich den Spaten mit der operierten Seite „wie nix“ !
Klar musste ich auch eine gewisse Scham überwinden mit den Dingern zu gehen bis ich irgendwann fast jubilierte , dass ich üüüberhaupt wieder gehen konnte !
Und heute gehe ich wieder wie vor zig Jahren !!
Seitdem versuche ich anderen Mut zu machen und kriege die Krise wenn jemand abfällige Bemerkungen macht wenn wer ’ne Gehhilfe braucht !

Ann

@Reg

Na toll …

Chr

@Dor

voraussichtlich in der ersten Dezemberwoche gehe ich auch diesen Schritt!
Mal schauen, ich hoffe sehr, dass ich anschließend zwar nicht als junges Reh, aber zumindest als fitte Altkuh durchgehe! *ggg*

Ann

@Dor
Zuerst freut es mich, dass Du wieder wie früher agieren kannst :-).
Ich finde aber, dass es einen Unterschied macht, ob man die Gehhilfen – seien es nun Stöcke oder eben ein Rollator – vorübergehend oder dauerhaft benötigt.
Mein Weg geht in Richtung dauerhaft und das ziemlich schnell und das mit noch nicht mal 60 Jahren.
Es ist aber nicht nur die Benutzung an sich, sondern auch die Erkenntnis des dauerhaften Abbaus ohne Möglichkeit einer Besserung.
Das mag erst mal geschluckt sein.
Nichts desto trotz ist der Rollator eine tolle Sache, weil er einfach Menschen wieder Mobilität ermöglicht, die ansonsten nicht machbar wäre.

Rab

Ich verstehe den Blog auch nicht… Mal hatte ich das Gefühl der (Schreibman) macht sich über die Gehhilfe lustig und ist von sowas weit entfernt, dann konnte ich nur mit dem Kopfschütteln, wegen so viel Unverständnis…
Als ich mit 44 Jahren meine Schlaganfälle hatte und danach wieder Laufen lernte, war ich froh, dass es für mich einen Rollator gab und dieser mich beim Lernen unterstützte…
Ich bin heute 57 und wollte einen Mann, wie den (Schreibman), der offensichtlich unsensibel ist, auch nicht näher kennen lernen wollen…
schönen Abend noch…

Sal

„Mit Gehhilfe geht nichts mehr“.
paradox! 😉

Son

Bevor ich mich hier ebenfalls in Mutmaßungen ergehe, wäre es schön lieber diether, wenn du die geneigte Leserschaft darüber aufklären würdest, ob es sich jetzt hier um eine reine Satire oder etwas anderes handelt.

Normalerweise fällt mir das Sinn verstehende Lesen nicht schwer, aber im Fall dieses Blogs bin ich ebenfalls ein wenig überfordert…

Dorodoo

@regina: ja, so könnte man es auch interpretieren .
Ich verstehe es nach wie vor anders .

Warum hat (Schreibman) das dann nicht zurechtgerückt falls er es so meinte , wie du es verstandst !??

Aber egal , für mich kommt (Schreibman) eher etwas selbstgefällig rüber !

Igi

Ich übe immer schon – mit dem Einkaufswagen im Supermarkt 🙂

Fis

@(Schreibman)

Ich finde Deinen Blog sehr mutig und offen.
Nach dem Durchlesen obiger Kommentare bin ich zum Entschluss gekommen, nun doch auch meine Meinung dazu zu schreiben.
Leider (oder glücklicherweise ?) kann ich noch nicht mitreden betr. Anschluss an eine Seniorengruppe – das könnte aber auch noch kommen.
Auch wenn ich hier nicht auf der Suche bin, kann ich mir lebhaft vorstellen, dass (nur) freundschaftliche Kontakte hier schwer zu finden sind, obschon ich ein paar solche (mindestens schreibenderweise) gefunden habe und auch pflege.
Ich verstehe es so, dass Du – wenn Du über jüngere Geliebte oder Krankenschwester schreibst, dass Du es aus Sicht der Damen tust und es nicht Deine eigene Ansicht ist – oder irre ich mich hier ?
Es stimmt, dass Damen in vorgerücktem Alter – in unserem Alter eben – meist einen festen Partner suchen, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollen, mit allem Drum und Dran. Es gibt ihnen Sicherheit, Nähe, Geborgenheit und vieles mehr.
Dass bei entsprechenden Anfragen an bestimmte Damen dann prompt ein Korb kommt, das darfst Du nicht so ernst nehmen.
Die Spuren des Alterns gehen übrigens nicht nur an den Damen, sondern auch an uns Herren nicht unsichtbar vorbei.
Wenn wir jedoch zu uns selbst stehen, dann gibt es immer noch offene Türen, auch ohne Waschbrettbauch und sogar mit Gehhilfe.
Man muss aber schon ein bisschen Geduld aufbringen.
Vor allem ein gesunder Humor, Fröhlichkeit, Gelassenheit und ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht sind schon mal gute Voraussetzungen.
meine Meinung / fis

Jea

“Mit Gehhilfe geht nichts mehr.“
So ein Blödsinn!
Mit Gehhilfe geht alles mögliche und mit etwas Fantasie sogar noch mehr.

Jac

die Babylonische Sprachver(w)irrung ist nichts gegen die Kommentare in diesem Blog 😉
Ich muß da garnichts groß interpretieren
…….meiner Ansicht nach hat’s der BE so geschrieben, wie er’s erlebt hat und den letzten Satz sehe ich eher humorvoll,
den muß man jetzt auch nicht unbedingt unter allen möglichen Gesichtspunkten analysieren

(Schreibman)

Tut mir leid, dass man mich so missverstehen konnte. Warum sollte ich mich über Rollatorgeher lustig machen? Ich bin selbst einer, habe mich heute geoutet. Ist mir nicht leicht gefallen, echt.

Ann

@(Schreibman) …

Schade, dass Du meine Frage nicht gleich beantwortet hast. So blieb halt Raum für Interpretationen.
Dass es Dir nicht leicht fiel, das zu schreiben, kann ich gut nachvollziehen.
Wenn ich Dich irgendwie verletzt haben sollte oder Dir zu nahe getreten sein, dann tut mir das sehr leid.

Mel

(Schreibman), du kannst es eh nicht verbergen, wenn du jemanden triffst. Es ist schwer, das offen zu schreiben, ich weiß. Gerade wenn viele rausstellen, wie jugendlich, wie sportlich, wie fit sie sind.
Ich bin gehbehindert, schreibs dauernd, sags jedem,
und was passiert ?
Manche reden mich immer noch blöd an, wenn ich sage, dass ich nicht wandern gehe,
manche fallen aus allen Wolken, wenn sie sehen, wie ich mich auf einer längeren Treppe abmühe.
Was solls 🙂

(Schreibman)

Es tut mir leid, dass man mich so missverstehen konnte. Und damit keiner (den vorigen Eintrag) nochmal alles durchlesen oder alles durchscrollen muss, um zu erfahren, was Sache ist, stelle ich in aller Deutlichkeit klar, dass ich zwei Rollatoren habe, einen für kürzere und einen für längere Strecken, und sowohl einen Spazierstock als auch eine Krücke, die ich je nach Situation benutze.

Cel

Ich habe echt Respekt vor Menschen die auch zu ihren nicht so fitten Lebens-Details so angreifbar und öffentlich stehen.
Angreifbar im Sinne der Ablehnung wegen der dies bedeutenden Einschränkungen.
Trotzdem tut es mir leid für Dich dich in doch noch recht jungen Jahren mit solchen Hilfsmitteln das Leben zu bewältigend, zu lesen.

Dan

also so sehr missverständlich fand ich deinen vorhergehenden Blog nicht. Lass dich doch nicht so aus der Bahn werfen….
Ich finde es gut, dass es diese Rollatoren gibt. Sie sind eine riesen Hilfe für viele, wie auch für dich.
Was nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun haben muss…auch jüngere Menschen trifft es diese Hilfe gebrauchen zu müssen.
Mache dich nicht selber kleiner als du bist.
Selbst Einkaufsbaggy’s auf Rädern sind heute > IN < und werden immer mehr von jungen Menschen genutzt.
Meinem jüngsten Sohn habe ich einen geschenkt, damit er seinen Rücken möglichst gar nicht erst schon so jung kaputt macht.
Als junge Mutti war der Kinderwagen meine beste Einkaufshilfe „nicht zu viel oder zu schwer schleppen“ zu müssen.
Freundschaften zu knüpfen sind ganz sicher nicht davon abhängig ob man einen Rollator nutzt oder nicht.
Das wäre ja fast so, als wenn man Freundschaften auch davon abhängig machen täte….ob jemand Brillenträger ist oder nicht.
Das Land solcher unsinnigen Eitelkeiten sollte man in unserem Alter meiner Meinung nach längst verlassen haben.
Was du zu den sogenannten Wünschen von Frauen zu Männern oder andersherum schreibst.
Ja davon gibt es so einige, waren auch genügend solcher Sätze und Wortlaute hier schon zu lesen.
Umgebe dich doch mit den Menschen die nicht so tikken, wie die von denen du hier schreibst.
Finde die anderen. Die gibt es auch.
Ärger macht krank….in erster Linie dich selbst.
Wie heißt es so schön “Klasse, statt Masse“ – lieber wenig gute Freunde, als viele falsche Freunde.
Wahre Freunde nehmen dich an wie du bist, weil du bist wie du bist…
Nur vorher musst du dich zuerst selbst so annehmen können.

Son

Während ich noch nach den richtigen Worten suchte, haben sie vor mir schon welche gefunden….
Letztendlichist hier keiner, ü50 bis u100, mehr, wie frisch aus dem Ei geschlüpft.
Menschen, denen nicht klar ist, dass sie ihre Mobilität und ihre Gesundheit jederzeit verlieren können, brauche ich in diesem Lebensabschnitt nicht mehr!

Cas

Eine respektable Reaktion, (Schreibman).
Verständlich geschrieben war es, aber auch verständlich, wenn es anders gedeutet wird. Ist wie mit Vexierbildern, die auf zweierlei Weise gesehen werden können. (-;
Dass Menschen mit Gehhilfen out sind, würde ich nicht sagen. Selbst für Sportler wie Golfer gibt es geländegängige, spezielle Ausführungen, in denen gleichzeitig die Schläger untergebracht werden. Alles was dienstbar rollt, ist ganz trendy und völlig normal, wie Dan schon schrieb. Und auch für Jüngere kein Problem, ob auf Reisen oder zum Einkaufen.
Was mir allerdings im Stadtbild auffällt, ist, dass mehr Frauen als Männer Rollatoren in Anspruch nehmen. Womöglich sehen Frauen das praktischer und gehen selbstverständlicher damit um, was eine reine Vermutung von mir ist. Gemeinhin wird ja eher Frauen als Männern Eitelkeit zugesprochen, aber wer weiß das schon so genau…

Ashoggi

ja, Cas, Deine Beobachtung ist vollkommen richtig.
Ich hatte einen guten Freund, der auf Grund von Makula-Degeneration erblindete. Er war nicht bereit, den Blindenstock einzusetzen, geschweige denn, wenigstens Versuche damit zu machen.

(Schreibman), im Moment bist Du enttäuscht aber lass Dich nicht runterziehen, versuche Deine Situation anzunehmen und darin stark zu sein. Ich könnte Dir von vielen Fällen hier berichten, nur würde Dir das wenig nutzen, deshalb alles Gute und schön, dass Du so offen damit umgehen kannst, Ich wünsche Dir alles Gute.
(war lange Jahre Mitglied im Behindertenbeirat)
sollte ganz klein geschrieben werden, aber das geht hier nicht.

Jac

es gibt auch insgesamt mehr ältere Frauen als Männer im Stadtbild
…….ist mir aufgefallen
😉

Haw

Nach dem Tod der Schwiegermutter meiner Tochter habe ich mir bei der Haushalts-Auflösung als Erstes deren fast neuen Rollator geschnappt, denn ich hatte eine Knie-OP vor mir.
Nun kann er ruhig noch ein paar Jahre im Keller stehen, ich hab vorgesorgt und finde ihn sehr praktisch.

Pto

Das sind alles liebe und nette Kommentare die die Damen hier geschrieben haben.
Die Frage ist doch die:
Würdet ihr mit einem gleichaltrigen Mann eine Beziehung eingehen, der auf einen Rollator angewiesen ist?

Chr

Auch ich hatte dich nach deinem ersten Blog im Verdacht, dass du zwar nicht auf Menschen mit Rollatoren generell herunter schaust, aber dich zu jenen „ewig jungen“ Herren eingestuft, die bei potentiellen Partnerinnen „sowas“ als „no go“ einstufen…
Es tut mir leid!
Jeder hat so seine Erfahrungswerte und ein Forenkasten ist immer nur ein ziemlich leblos kurzer Ausschnitt.
Deine Aufklärung bringt dir viel neuen Respekt entgegen, alles Gute dir!

Bab

@Pto

Antwort: ja klar…..!!!
Aber Beziehung ist bei mir nicht mehr angesagt, Freundschaft auf jeden Fall.
mfg
Dan

@Pto: mein jetzt von mir geschiedener Mann brauchte und gebrauchte auch eine Zeit lang einen Rollator (nach Hinterwandherzinfarkt, totalen Organversagen – Reanimation)
Da war er 45….den 46 Geburtstag bekam er auf Intensiv Station gar nicht mit.
Dafür, daß für ihn keine Überlebenschance mehr zu sehen war bzw. wenn – dann schwerste Hirnschäden….war der Rollator letztendlich das wirklich kleinste Übel.
Trotzdem meine Ehe lange keine Ehe mehr war, war ich täglich bei ihm und mit ihm und seinem Rollator unterwegs.
Der Grund, die Gründe der Trennung / Scheidung waren völlig andere.
Heute arbeitet er wieder und kann abgesehen davon, dass er den Rollator nicht mehr braucht…wieder völlig normal leben.
Selbstverständlich finden sich auch Paare mit solchen und anderen Einschränkungen.
Es müssen sich nur die “Richtigen“ finden.
Wer meint als Paar nur die Sonne genießen zu können und den Regen nicht auch haben zu wollen, wird nie das dauerhafte Paarleben erreichen und genießen können.
Diejenigen vergessen wahrscheinlich das Krankheiten und Einschränkungen immer im fortschreitenden Alter hereinbrechen können.
Wer sich der Sache nicht bewußt ist und diese Verantwortung nicht für seine zweite Hälfte mit tragen will, braucht selbiges auch nicht von anderen erwarten und wird wohl in genau solchen Situationen wo er auch jemanden braucht, alleine sein.
In meinem vorherigen Intensiv Pflegeheim, in dem ich arbeitete hat sich ein Pärchen im Rollstuhl gefunden.
Sie haben sich sichtlich gut getan und das gesamte Personal freute sich mit für die beiden.
Auf meiner jetzigen Arbeit hat auch eine blinde Frau mittleren Alters ihren Partner gefunden.
Beide sind zusammen in eine Wohnung gezogen.
Selbstverständlich gibt es Frauen und Männer, die eine neue Beziehung nicht von solchen Einschränkungen abhängig machen.
Wie sagte der Präsident in dem Film “Pearl Harbor“ in einer Szene am großen Besprechungstisch:
“Sagt mir nicht, daß es UNMÖGLICH ist…
und stand unter schwerster Anstrengung
aus seinem Rollstuhl auf.“
Alles (vieles) ist möglich, wenn man denn will, daran glaubt und selbst daran arbeitet.

Son

Meine ziemlich beste Freundin, ist innerhalb der letzten zwei Jahre, mit gerade mal 63 Lebensjahren, von einer aktiven,dynamischen und bewegungsfreudigen Frau, zu einem Mensch geworden, der auf fremde Hilfe und einen Rollator angewiesen ist.
Das und meine eigene schwere Krankheit vor vielen Jahren, hat mir vor Augen geführt, wie schnell alles anders sein kann. Aber auch, wie wichtig mir meine noch vorhandene Beweglichkeit ist.
Daher würde ich, auch wenn ich mir damit vielleicht jetzt Sympathien verscherze, die Frage von Pto mit „nein“ beantworten.
In einer bestehenden Partnerschaft würde ich in einer solchen Situation zum Partner stehen.
Eine neue Partnerschaft unter diesen Bedingungen einzugehen, könnte ich mir aktuell nicht vorstellen.
Für Freundschaften oder Bekanntschaften wäre das allerdings kein Ausschlusskriterium.

Der

Moin (Schreibman)!
Wenn Du dir die Profile der Damen anschaust, sind die Mädels egal welchen Alters topfit. Hier darfst Du keine Einschränkung in Deiner körperlichen Verfassung haben, sonst hast du schon verloren. Ich war Jahrelang (Mitglied) ohne meine Einschränkung im Profil zu schreiben. Vor ca. 1,5 Jahren hab ich dann einen Blog zu meiner Einschränkung geschrieben.
Auch in meinem Profil nahm ich dann meine Einschränkung auf. Bis zu diesem Zeitpunkt war auch reger Postverkehr hier u.a.auch mit Damen. Nach meinem Outing verflachte das Interesse merklich. Freundliche Anschreiben wurden zu fast 100% überhaupt nicht beantwortet, noch nicht einmal ein danke, deshalb hab ich (die Mitgliedschaft) auslaufen lassen.

Heute im Resto und bei Picasso

Heute mit Schwestern in Kembs (F)
Heute mit Schwestern Gritli (l.) und Uli (r.) im Elsass
uli
Im Restaurant „Le Petit Kembs“ gab’s eine Vorspeise nach Wahl
petit kembs
Und als Hauptgang nahmen wir alle das Fischgericht
Mit Lilli in Kembs
Dann ging’s weiter nach Riegel am Kaiserstuhl
Picasso-Ausstellung in Riegel
Picasso-Ausstellung auf Wunsch von Schwester Uli

A.

Seit einiger Zeit habe ich ausser meiner Ehefrau und verschiedenen alten Freunden, Nachbarn, Verwandten und Bekannten eine neue Freundin.

Sie wohnt in einer Stadt im Ruhrgebiet und alles, was ich von ihr weiss, ist, dass sie Literaturwissenschaft studiert hat und wohl eine Art Schulrätin ist. Sie ist verheiratet und 59 Jahre alt. Ich habe sie auf einer Chat-Seite kennengelernt. Ich glaube, sie hat da nicht sehr viele Chat-Partner, so minimalistisch wie sie kommuniziert.

In ihrem Profil hat sie klargestellt, dass sie keinen Partner sucht und dass sie auch mit der Herausgabe eines Fotos sehr zurückhaltend ist. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich Kontakt mit ihr aufgenommen habe. Aber ich habe es getan. Oder war sie es?

Und seither, das geht nun schon zwei oder drei Wochen so, schreiben wir uns täglich ein paar Zeilen. Mal wünschen wir uns einen guten Tag, mal eine gute Nacht, mal schreibt sie aus ihrem Büro und mal aus dem Weserbergland von einer Radtour mit ihrem Partner.

Ich weiß also weder, wie sie aussieht, noch, was sie genau will. Es ist mir aber auch irgendwie egal. Und sie weiss es vielleicht auch nicht?

Wir reden manchmal über das Wetter oder über unsere Tagesform, manchmal darüber, ob wir Tatort- oder Spiegel-Fans sind (wir sind es, wie viele andere auch) oder irgendwas. Irgendwas.

Wir stellen uns keine intimen oder indiskreten Fragen, geben uns mit Absicht nicht neugierig und suchen auch keine Diskussionsthemen, bei denen wir uns vielleicht mal richtig streiten könnten. Das suchen wir nicht.

Neulich hatte sie sich mal einen ganzen Tag nicht gemeldet und dann irgendeine Begründung dafür gegeben. Ich schrieb dann, das sei kein Problem. „Hauptsache, wir bleiben in Kontakt, denn sonst würde mir schon was fehlen.“ Darauf sie so: „Mir auch, denn ich schreibe gern mit Dir.“ Und das war für ihre Verhältnisse schon ein regelrechter und bisher auch einmaliger Gefühlsausbruch.

Es ist vielleicht einfach nur eine gewisse Kontinuität, die sich doch jeder Mensch irgendwie wünscht. Man muss gar nicht irgendetwas anderes, besonderes beabsichtigen oder anstreben.

Was sollte es denn sonst sein?

Ich rufe wegen des Hundes an

– Hallo?
– Ja, schönen guten Tag, ich rufe wegen der Zweizimmerwohnung…
– Das tut mir leid, die ist schon vergeben.
– Ach, wie schade, so schnell…
– Ja, sie war ja schon am Wochenende in zwei Zeitungen gestanden und es   gab auch sehr viele Interessenten.
– Ach ja, und wären Hunde denn da erlaubt gewesen?
– ???Das kann ich Ihnen im Moment gar nicht sagen???
– Naja, wahrscheinlich sowieso nicht. Wir hätten ihn nämlich mitbringen    wollen, ohne ihn wären wir ja gar nicht umgezogen.
– ??? Ja … das tut … mir leid???
– Na, so ist das halt, da kann man nichts machen, vielen Dank jedenfalls.
– Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der weiteren Suche.
– Vielen Dank, das ist sehr nett. Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen      noch.

Programmtipp

Bregenz

Heute Abend 22.00 Uhr im ZDF
Bregenzer Festspiele

Carmen

Aufführung der Oper von Bizet in einer Neuinszenierung von Kasper Holten

Mit deutschen Untertiteln

Carmen

Anschlussfehler

Warum sieht man in Filmen nie jemanden mit einer halb aufgerauchten Zigarette? Und was hat das mit Uhren, Trinkgeld und Kirschen zu tun?

Wenn im Abspann eines Films „Continuity“ steht, ist damit die Person gemeint, die für die richtige Kontinuität verantwortlich ist. Also zum Beispiel dafür, dass eine Wanduhr nicht zuerst 6.30 Uhr anzeigt und zwei Minuten später schon auf 7.30 Uhr steht.

Ähnliches gilt für das Rauchen. Weil es schwierig ist, immer die Zigarette genau so weit aufgeraucht im Bild zu zeigen wie es dem Zeitverlauf der Handlung oder des Dialogs entspricht, sieht man immer nur das Anzünden und die ersten Züge an der Zigarette.

Ausserdem sieht eine erst wenig gerauchte, also noch fast ganze Zigarette besser aus als wenn jemand eine bis auf den Filter heruntergerauchte Kippe in der Hand hält.

Auch im richtigen Leben müssen wir, die wir keine Schauspieler sind, darauf achten, dass uns keine Anschlussfehler unterlaufen. Oder wir müssen sie absichtlich einbauen. Weil wir eine bestimmte Kontinuität nicht beibehalten, sondern sie verändern wollen.

Stanley Kubrick hat in seinem Film „Shining“ absichtlich Anschlussfehler als Stil- und Kryptierungsmittel verwendet. Nach dem Motto: „Es muss ja nicht immer alles so bleiben, wie es schon immer war!“ Oder: „Ich beginne eine neue Kontinuität wann ich das will!“

Siehe auch

https://youtu.be/HbjfcDdi314

http://www.dieseher.de/film_shining_371.php

Ähnliches dachte ich mir neulich auch, als ich am Strassenrand bei einer netten alten Dame, vermutlich Kroatin, zwei Schalen Kirschen zu je vier Euro erstand und mit zehn Euro beglich.

Sie meinte, ich hätte ihr aus Versehen zu viel Geld gegeben, worauf ich ihr versicherte: „Das passt schon, vielen Dank!“ Sie freute sich sichtlich und bedankte sich herzlich.

Am Tag darauf wollte ich dann nur eine Schale Kirschen kaufen. Ich überlegte, ob ich ihr wieder Trinkgeld geben sollte, und wenn ja, wieviel. Ich entschied mich, wieder die Vier-Euro-Schale mit fünf Euro zu bezahlen.

„Das müssen sie aber nicht jedes Mal“, sagte sie. „Doch, doch,“ meinte ich, „die schmecken ja wirklich gut. Wie lange gibt es die noch?“ – „So zwei Wochen“, meinte sie.

Ich habe jetzt also an zwei Tagen einen Euro pro Schale als Trinkgeld gegeben. Und das werde ich auch die nächsten zwei Wochen noch tun, sooft ich da Kirschen kaufe. Die Frau soll wissen, dass sie sich auf mich verlassen kann. Das habe ich mir eingebrockt.

Ich möchte schliesslich als jemand wahrgenommen werden, auf den man zählen, mit dem man rechnen kann.

Deswegen achte ich darauf, dass mir keine Anschlussfehler unterlaufen.

3 Kirschen 500

Ein Land wos kein Aperitif gibt

Gestern war ich mal wieder beim Friseur. Dieses Mal zum ersten Mal bei Carmen. Sie war recht gesprächig, interessierte sich aber auch sehr dafür, was ich ihr so zu erzählen hatte.

Irgendwie kamen wir auf unterschiedliche Trinkgewohnheiten diesseits und jenseits des Rheins („outre-Rhin“) zu sprechen, insbesondere auf das Ritual der Franzosen, täglich um elf ihren Aperitif zu nehmen.

Ich erklärte ihr, dass dies in Deutschland praktisch völlig unbekannt ist, vor dem Essen abseits vom Esstisch, in einer Sitzecke oder gar einem Salon ein Gläschen zu nehmen („prendre un petit verre“) und dabei Smalltalk zu betreiben.

Sie war so erstaunt darüber, dass sie ihrer Arbeitskollegin am Stuhl nebenan sagte: „Hast du gehört, in Deutschland gibt’s keinen Aperitif!“ (Tu entends, chez les Allemands il n’y a pas d’apéro!) Darauf ihre Kollegin: „Eh bien, dans un pays où il n’y a pas d’apéro je ne pourrais pas vivre!“ (Also in einem Land ohne Aperitif könnte ich nicht leben.)

Naja wir mussten alle herzlich lachen und plauderten weiter über dies und das.

Ein oder zwei Abende vorher war ich beim Zappen auf Arte geraten, wo es eine Live-Übertragung von den Musikfestspielen in Aix-en-Provence gab. Und zwar handelte es sich um eine moderne Version eines weltberühmten Klassikers, die mich sofort begeisterte.

Das musste ich auch Carmen erzählen, die daraufhin meinte, sie werde sich das in der Mediathek ansehen.

Carmen von Bizet, inszeniert von Dmitri Tcherniakov
Wasn das für ne Oper?
Internationale Musikfestspiele in Aix-en-Provence
Männerballett?
Männerballett
Büroalltag?
Und mit spitzen Lippen rauchen sie
Rauchen? Raucheroper? Tabakfabrik? Carmen?

Die ganze Oper von Georges Bizet gibt es auf Französisch mit deutschen Untertiteln hier: https://tinyurl.com/qnlhrex

Banale Notiz zum neuen Rentnergefühl

Früher, als selbständiger Unternehmer, musste ich ja immer an die Folgen meiner Taten oder Untaten denken. Wenn ich Lust zum Nichtstun hatte, hatte ich ungewollt und unbewusst den Hintergedanken, dass Untätigkeit automatisch Verdienstausfall bedeutet.

Jetzt, wo ich weiss, dass ich auf jeden Fall am Ende des Monats einen vorhersehbaren Geldeingang auf dem Konto haben werde, kann ich es mir leisten, täglich neu zu entscheiden, ob ich etwas oder nichts tun möchte.

Jetzt sind es eher gesundheitliche Aspekte, auf die ich achten muss. Also nicht zu viel Eis und Süssigkeiten essen. Rauchen und Trinken hatte ich mir ja eh schon abgewöhnt. Ich muss, darf und soll also an mich selber denken.

Das tue ich jetzt. Ich beende diesen Text, weil mir spontan im Moment nichts Gescheites zu diesem doch sehr komplexen Thema einfällt.

Die Frage bei diesem schönen Wetter an diesem sonnigen Tag, an dem es 35° heiss werden soll, ist eigentlich nur: Erdbeerbecher auf dem Rathausplatz, Eiskaffee im Kurpark oder mit meiner Frau ins Restaurant gehen? Oder irgendeine Kombination dieser Möglichkeiten?

Schwere Entscheidung.

Ultimo

So, heute ist Monatsende und ich habe das Gefühl, dass ich unbedingt noch einen Eintrag diktieren muss beziehungsweise möchte. Ich habe ja ein neues Diktierprogramm, das meine gesprochenen Worte direkt in Schrift umsetzt. Das ist schon eine kleine Revolution für mich.

Diktiert habe ich ja in den 1990er Jahren jede Menge Übersetzungen, brauchte aber immer meine Sekretärin Evi in Aachen zum Transkribieren. Sie war eine echte Perle, das muss ich ihr nochmal ausdrücklich nachsagen.

Trithemius

Was im übrigen gesprochene Schrift betrifft, ist das Werk „Buchkultur im Abendrot“ von Jules van der Ley sehr interessant. Der Autor, der etwa in meinem Alter sein müsste, hat sich mit Schrift im weitesten Sinne in Worten und Taten befasst. Er war Buchdrucker und Schriftsetzer und dann Deutschlehrer am Gymnasium. Jetzt ist er Blogger –
https://trittenheim.wordpress.com/ – und Autor. Das Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, liest sich sehr gut. So sagt man doch. Obwohl es sich natürlich nicht selber lesen kann.

Buchkultur

Ab sofort bin ich richtiger Rentner. Mit drei Renten. Eine bekomme ich aus Deutschland und zwei aus Belgien, fürs Arbeiten als Angestellter in Brüssel und als Selbständiger in der Wallonie. Es ist nicht sehr viel Geld, was ich da bekomme, aber es ist wenigstens echt und kommt immer pünktlich am Monatsende.

Auch Falschgeld kann einen richtigen Wert haben, der manchmal sogar richtig steigt wie ein Aktienkurs. Ich meine jetzt die Souvenirscheine auf richtigem Geldpapier, die zum Beispiel in Düsseldorf schon total vergriffen sind, weil da morgen der Grand Départ der Tour de France stattfindet.

euro

Wahrscheinlich werde ich auch dieses Jahr wieder einige Stunden am Fernseher verbringen. Weniger aus sportlichem Interesse als vielmehr wegen der schönen Landschaften, die die Kameramänner von ihren Motorrädern aus liefern.

Tour2017

Neue 2,50-Scheine

Schweizer Franken


An der Supermarktkasse in der Schweiz machte ich heute wechselgeldmässig Bekanntschaft mit einem neuen Geldschein. Er sieht gut aus, liegt gut in der Hand und vermittelt allgemein ein Gefühl von hoher Wertigkeit. Irgendwie bissle mehr als 20 Euro, könnte man meinen. Tatsächlich ist er eher weniger wert. 20 Schweizer Fränkli sind irgendwas zwischen 19 und 20 Euro. Gut dass ich ihn mir genau angeschaut habe.

Null Euro

Es wurden nämlich soeben echte Falschgeldscheine von der Europäischen Zentralbank ausgegeben. Sie fühlen sich auch sehr wertig an, haben Wasserzeichen und Hologram und den ganzen Sicherheitskram, sind aber nur null Euro wert. Steht ganz gross drauf. Verkauft werden sie für 2,50 Euro. Nicht Schweizer Franken. Hab ich nochmal Glück gehabt. Dass die Schweizer nicht in der EU sind.